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Eine Katzengeschichte
![]() Chap, der kleine wilde Kater - (c) Foto Giersch |
Chap wurde 1991 in der Sächsischen Schweiz geboren und ist das Kind einer
verwilderten und schon sehr lange im Wald lebenden Hauskatze und vielleicht
eines Wildkaters, von dem er auch seinen Charakter geerbt hat. Seine Mama brachte ihre
Jungen im Garten unserer tierfreundlichen Nachbarn zur Welt und ging,
nachdem sie ihren 4 Kätzchen beigebracht hatte, daß man das Pipi wieder
zuscharrt, viel zu früh wieder zurück in den Wald. Chap war lebensbedrohlich
krank, als wir ihn im Alter von 10 Wochen zu uns holten. Dennoch war es ein
Glückstreffer, daß er zu uns kam, denn einige Wochen später vergiftete ein Unbekannter alle
Katzen unserer Nachbarn, darunter auch die drei Geschwister Chaps. Chap aber ist mit Hilfe eines engagierten Tierarztes (Herzlichen Dank Klaus Willy Syckor aus Pirna) und unserer Pflege wieder gesund geworden, behielt jedoch nur noch ein Auge und das blieb trüb. Sein Gehör entwickelte sich dafür als Ausgleich in einem selbst für Katzen außergewöhnlichen Maß. |
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Damit war er eigentlich ein Kandidat für's Wohnungskatzendasein. Sein
vererbter Freiheitsdrang und Jagdtrieb aber waren so groß, daß er trotz
seiner Behinderung unbedingt die Welt draußen entdecken wollte. Chap bot
sich im Kurort Rathen eine wunderbare autofreie Umgebung mit Garten und
viel Wald. Was keiner geglaubt hatte, er entwickelte sich prächtig und
schaffte es sogar zu jagen. Angefangen vom Maulwurf über Blindschleichen
und einer Maus brachte er als Krönung seiner Laufbahn eines Tages eine
große Amsel als Geschenk, schön in Einzelteile zerlegt. |
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![]() Katzen klettern gern |
![]() Die Katze ist oben - Glücksgefühl ![]() Auch Katzen müssen wieder runter |
Katzenklettern - jetzt kommt die Katze überall hin |
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Chap, der süße einäugige Kater mit dem wunderschönen Falbkatzen-Fell, verzauberte jeden, selbst Katzenmuffel, auf den ersten Blick. Er war aber weder Kinderspielzeug noch Kuschelkatze, er ließ sich von Fremden nicht anfassen und seine Beißkraft war berühmt. Wir erzogen Chap seiner Herkunft entsprechend als Wildkatze und trainierten ihn so, daß er seine Sehbehinderung durch andere Techniken ausgleichen konnte. Außerdem zeigte er wildkatzentypisch eine nur minimale Gestik und Mimik, die man erst verstehen lernen mußte. Uns vertraute er jedoch bedingungslos und in jeder Situation, wir waren seine Familie. Er liebte uns, unsere Wohnung und sein kleines Revier im Wald und hatte auch bald einen Katzenfreund, mit dem er im Wald herumstromerte. Chap hatte trotz seiner Jagderfolge auch ein Faible für andere Tiere. So mochte er alle Hunde, je größer umso besser, hatte er doch die ersten Wochen seines Lebens bei einem Belgischen Schäferhund gelebt. Auch alle Tiere, die zur Familie gehörten, liebte und beschützte Chap, selbst wenn sie in seinem Beuteschema lagen. Und natürlich stellte auch eine kleine Wildkatze genauso viel Blödsinn und Schabernack an, wie wir es von den Hauskatzen kennen. |
Wilde Katzen fühlen sich im Bett wohl (c) Foto Andrea Grötzschel-Richter
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Chap, der kleine einäugige Kater - (c) Foto Andrea Grötzschel-Richter |
Auch Wildkatzen werden müde - (c) Foto Andrea Grötzschel-Richter |
Katzenfreunde - Chap und der Schleierschwanz |
Chap und der Beo - (c) A. Grötzschel-Richter |
Katzenfreunde - Chap und der Wellensittich - (c) Foto Andrea Grötzschel-Richter |
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1992 mußten wir uns sehr schweren Herzens von unserem kleinen Chap trennen, wir mußten beruflich bedingt wegziehen und konnten den kleinen Kater nicht mitnehmen. Er konnte leider auch nicht auf dem Grundstück bleiben. Es entstand eine Notsituation. In sprichwörtlich letzter Minute fand Chap (wiederum dank der Hilfe unseres Tierarztes Klaus Willy Syckor) ein neues Zuhause in einem großen Gartengrundstück am Stadtrand von Pirna. Die junge Frau eröffnete dort gerade eine Hunde- und Katzenpension und nahm unseren kleinen Chap zusätzlich als privates Pflegekind bei sich auf. So hatte Chap eine liebevolle Pflegemama gefunden, die den Kleinen ebenso schnell wie wir in ihr Herz schloß (vielen herzlichen Dank Andrea Grötzschel-Richter). Chap hatte darüber hinaus auch hier viele Bäume und viele Tiere, alles was er so liebte und so konnte Chap weiterhin glücklich sein - Im Oktober 1993 ist er leider viel zu früh gestorben, er ist durch ein Auto tödlich verunglückt. Chap - Du warst die wunderbarste Katze der Welt. |
Machs gut, geliebter kleiner Kater - (c) Foto Giersch
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