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Kleine Geschichten aus dem Katzenleben
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Fische fischen
Das Eichhörnchen Katz und Maus |
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Fische fischen
Als die Katze in ihr neues Zuhause kommt, ist sie dort nicht die erste - da sind schon zwei Schleierschwänze in einem Aquarium. Wenn die durch's Wasser gleiten, dann schillert es rotgolden und verlockend und alle Besucher staunen ob der schönen Fische. Die Katze, schwarz, fällt erst auf den zweiten Blick auf; das kann so nicht bleibe n. Außerdem sind Fische
Katzenspeise, was kümmert's die Katze, daß die da Namen haben wie Haustiere.
Die Katze schleicht um's Aquarium, erst, wenn keiner zuhause ist und später stört sie es auch nicht, daß die Zweibeiner zuschauen. Das Aquarium hat keinen Deckel, sie könnte also einfach oben auf den Rand springen (Katzen können schließlich balancieren) und von dort ins Wasser greifen (igitt, das wird naß, aber das wird sie schon überstehen) und sich die beiden Fische angeln und weg sind sie und dann bekommt sie allein alle Zuwendung ihrer Zweibeiner. Der Plan ist gut. Es ist ein Tag zum Fischeklauen. Die Zweibeiner sitzen auf der Couch vorm Aquarium, die Sonne läßt die Fische wieder wie die schönsten Goldklumpen erstrahlen. Die Katze springt auf den Rand des Aquariums. Sie muß sich noch umdrehen, im Moment zeigt der Hintern zu den Fischen. Allein, die Katze bedenkt nicht, daß sie nicht die kleinste ist (6,5 kg zeigt die Waage) und der Glasrand des Aquariums nur ein paar Millimeter mißt. Die Katze wankt, die Katze schwankt - und eh man sich's versieht, ist das Aquarium zur Hälfte mit Schwanz, Hintern und Bauch der Katze gefüllt, Wasser schwappt, die Fische tauchen ab und die Zweibeiner auf der Couch halten sich die Bäuche vor Lachen. Die Katze klammert sich an den Glasrand, schafft den Sprung aus dem Aquarium, bevor die Pleite zum kompletten Tauchgang für sie wird. Die Katze ist nicht nur naß, das Fell stinkt nach Fischwasser - Schlimmeres kann zumindest an diesem Tag nicht mehr passieren. Putzen ist angesagt und die Katze wird erst am Abend wieder gesehen. © copyright by Knö-Rei |
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Das Eichhörnchen
Die Katze hat ein Eichhörnchen entdeckt. Sie selbst ist zwar noch jung, aber doch recht übermütig und so ein Eichhörnchen wäre ein toller Jagderfolg. Sie springt auf das Eichhörnchen zu - das erschrickt und rennt davon und die Katze hinterher. Da steht eine junge Linde, das Hörnchen ist im Nu in der kleinen Baumkrone.
Der Frühling ist erst im Durchbruch, das Bäumchen noch
ohne Blätterkleid, und so hat die kleine Katze das Hörnchen schnell
wiedergefunden. Sie kann nicht den ganzen Stamm hinauflaufen wie das Eichhörnchen, sie schafft nur einen halben Meter, dann muß sie wieder auf den Boden. Die Katze setzt sich unter die Linde und lauert kerzengerade nach oben, irgendwann muß das Eichhörnchen auch wieder hinunter. Das Eichhörnchen indessen beweist Mut und geckert die Katze an. Es turnt auf den dünnen Ästen, schimpft und geckert und die Katze lauert. Sie lauert und lauert. Die Zeit verrinnt, das ist ziemlich anstrengend für so eine kleine Katze und so muß sie sich ein wenig ausruhen vom Spähen und Lauern. Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings wärmen schön das Katzenfell und die Gedanken fangen an, sich selbständig zu machen, wandeln sich in einen Tagtraum von Eichhörnchen und Mäusen... Das Eichhörnchen wird bald Hunger bekommen, jedenfalls muß es wieder runterkommen und dann wird sie es fangen, so einfach ist das. Das Eichhörnchen ist still geworden, vielleicht schläft es auch in der blattlosen Krone. Dann könnte es herunterfallen, was auch kein schlechter Umstand für die Katze wäre. Die kleine Katze späht wieder hinauf, um dem Eichhörnchen zu zeigen, daß sie nicht die Absicht hat aufzugeben. Das Bäumchen wiegt sich sanft im Wind, sonst bewegt sich nichts. Das Eichhörnchen hat sich längst durch einen kühnen Eichhörnchen-Sprung aus dem wankenden Geäst über mehrere Meter in den immergrünen Busch gerettet und die kleine Katze weiß nicht, daß das Eichhörnchen wieder in seiner Baumhöhle ist und seinem Nachwuchs Aufregendes zu erzählen hat. © copyright by Knö-Rei |
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Katz und Maus
Die Katze hat lange geschlafen, aber jetzt schickt die Sonne ihre Strahlen durch das Fenster und sie hat Lust auf ein Spielchen. Ihre Zweibeiner sind nicht zuhaus, das ist schade, dann muß sie sich eben selbst ein Spiel ausdenken. Vorher macht die Katze noch ihren üblichen Rundgang durch die Wohnung, dabei entdeckt die Katze etwas Unbekanntes - ein neues Spielzeug; ihre Zweibeiner haben ihr eine neue Spielzeugmaus mitgebracht. Genauso so eine schöne hat sie schon mal bekommen. Spielzeugmäuse gefallen ihr sowieso besser als all das lebende Zeug, mit dem sich die Rausgeh-Katzen da draußen abgeben müssen. Sie ist lieber in der Wohnung und auf dem Balkon, wo es viel ungefährlicher für sie ist; schlimm genug, daß sie manchmal vor einer Fliege fliehen muß. Sie nähert sich dem neuen Spielzeug, da läuft es davon, die Katze läuft hinterher. Eine Aufzieh-Spielzeugmaus, die allein läuft, ohne daß die Zweibeiner an einem Faden ziehen müssen, das ist was Tolles. Bleibt die Aufzieh-Spielzeugmaus manchmal stehen, schubst die Katze sie sanft mit eingezogenen Krallen an, dann läuft sie wieder vornweg. Aber Spielen macht müde, die Aufzieh-Spielzeugmaus ist sowieso eben unter den Schrank gelaufen, da ist es ihr zu anstrengend, hinterher zu kriechen. Die Katze legt sich wieder schlafen und in den nächsten Tagen spielt sie immer wieder mit ihrem neuen Lieblingsspielzeug. Die Katze sucht, bis sie die Aufzieh-Spielzeugmaus findet und dann geht alles von vorn los, bis die Katze müde ist und die Aufzieh-Spielzeugmaus unterm Schrank verschwunden ist. Ihre Zweibeiner sind tagsüber oft außer Haus und da kann sie sich schön die Zeit vertreiben. Es kommt ein unruhiger Tag, die Zweibeiner lachen in einem der Zimmer und
schließen die Tür vor der Katze. Wieso darf sie da nicht rein? Sie holen
allerlei Utensilien, mit denen sie wieder in dem Zimmer verschwinden, und
immer ist die Tür für die Katze geschlossen. Nach langer Zeit schaut endlich
ein Zweibeiner heraus, Schweißperlen auf der Stirn, zerzauselte Haare, als
hätten die Zweibeiner drinnen Turnübungen gemacht. Die Katze darf endlich
ins Zimmer, neugierig, was es jetzt wohl zu entdecken gibt. Aber es ist
nichts Neues da, außer ein wenig Unordnung, was soll das? Ihre
Aufzieh-Spielzeugmaus ist auch da; jetzt wird sie ihren Zweibeinern zeigen,
wie schön sie das Spiel mit der neuen Aufzieh-Spielzeugmaus kann. Die Katze
schubst die Aufzieh-Spielzeugmaus sanft mit einer Pfote an und los geht es.
Diesmal ist das Spiel besonders interessant, weil die Zweibeiner das schmale Bücherregal mitten ins Zimmer gestellt haben. Da geht es wie Tom und Jerry immer rundherum, die Aufzieh-Spielzeugmaus vornweg, die Katze hinterher. Jedesmal, wenn die Aufzieh-Spielzeugmaus stehenbleibt, bekommt sie wieder einen kleinen Schubs und weiter geht es. Die Zweibeiner sitzen mit offen Mündern da, doch bald schieben sie die Katze aus dem Zimmer und das Lachen setzt wieder ein. Es werden noch mehr Utensilien geholt und nach noch längerer Zeit als beim ersten Mal kommen die Zweibeiner endlich wieder aus dem Zimmer und die Tür bleibt nun für die Katze offen. Es tritt wieder Ruhe ein und die Katze will noch etwas spielen. Aber sie kann die Aufzieh-Spielzeugmaus nicht finden - die Zweibeiner haben ein großes Glas in der Hand und da ist ihre neue Lieblings-Aufzieh-Spielzeugmaus drin. Sie erzählen der Katze etwas, daß klingt wie: mit echten Mäusen spielt man nicht, die haben doch Angst vor Katzen und wissen nicht, daß es auch Katzen gibt, die sie nicht fressen wollen und sie bringen die Maus jetzt wieder auf das Feld hinterm Haus, da wo sie hingehört - und die Katze versteht die Welt nicht mehr. © copyright by Knö-Rei |
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