Die älteste Pflasterstraße
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Seit Anfang des 19.Jh. stieß man bei Torfarbeiten immer wieder auf
altertümliche hölzerne Verkehrswege. Bis zur Jahrhundertwende glaubte man an
die römische Herkunft dieser Straßen. Diese Meinung wich später der
Erkenntnis, daß eine Vielzahl der Wege von der einheimischen Bevölkerung
angelegt wurde.
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Immer wieder versuchten Menschen, das Moor nicht nur zu bezwingen, sondern
es einfach zu überqueren. Die Neugier, was wohl hinter dem Moor ist, war unbändig groß.
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Einer dieser Bohlenwege machte ganz besonders von sich reden:
Ca. 3000 - 2500 v.Chr., also lange vor den Römern, haben Menschen erstmals eine Straße übers Moor am Ewigen Meer gebaut. Sie ist etwa 3 km lang, bis zu 4 m breit und Bestandteil eines größeren Wegenetzes. Auf dem wankenden Moor werden zuerst die großen Senken mit allerlei Strauchwerk aufgefüllt und darauf wird eine Schicht Holz in Längsrichtung gelegt. Dann werden mächtige, bis zu 4 m lange und 30 cm dicke Erlenstämme mit Steinäxten gefällt, die dadurch angespitzte Enden haben. |
In der jüngeren Steinzeit wurden die germanischen Bauern langsam seßhaft. Mit steigender Lebensqualität entstand das Bedürfnis, die Agrarerzeugnisse gegen Schmuck, Waffen usw. einzutauschen. Wollte man nicht auf den umständlichen Seeweg angewiesen sein, mußte man eben übers Moor. |
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Sie werden quer auf die Unterschicht gelegt und geben nun der neuen Straße Halt. Bei der mühseligen und schweren Arbeit kommt den Menschen eine tolle neue Erfindung zu Hilfe - hölzerne Wagen mit Rädern, die von Ochsen gezogen werden können. Zum Schluß wird obenauf noch der "Straßenbelag" aus Torf und Heidesoden verlegt und die älteste Pflasterstraße der Welt ist fertig. Es wird sehr sorgfältig beim Bau der Straße gearbeitet, aber unfallträchtige Schlaglöcher lassen sich auf diesem Untergrund nicht vermeiden. Auch später bleiben immer wieder Ochsen in den Spalten zwischen den Bohlen stecken und verlieren sogar einen Teil ihrer Hufe. Auch etliche der Wagen zerbrechen dabei. Ein ganzes Menschenalter lang, ca. 30 Jahre, ist die Straße befahrbar. Dann gewinnt die Natur wieder die Oberhand und die Straße verschwindet langsam unter Moor und Torf. |
Die hölzernen Wagen haben eine ungewöhnliche Spurbreite von 1,5 m. Mit Steinklingen werden die
einzelnen Wagenteile sauber bearbeitet, die Kanten akkurat geschliffen, fast sogar poliert. Die
Wagenkästen werden mittels Zapfen und Dübeln zusammengebaut, die Bohrlöcher mit bis zu 6cm Durchmesser
sind absolut gerade. Die Räder, vielleicht die ältesten der Welt, werden aus
Eichenstämmen hergestellt. Dabei schneidet man keine Scheiben, sondern
spaltet die Stämme in Längsrichtung und arbeitet dann das Rad aus.
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1984 wurden durch das Staatliche Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg unter Leitung von
Hajo Hayen ca. 800 m des Weges aus 1,70 m Tiefe freigelegt, ca 2,5 km durch Bohrungen erforscht.
Das Ergebnis ist nicht nur die Bestimmung des Alters der Straße und die Rekonstruktion des Bauablaufes. Es ist auch ein hochinteressanter und international beachteter Beitrag zur
ostfriesischen Transport- und Verkehrsgeschichte.
Der Bohlenweg am Ewigen Meer ist eine der ältesten befestigten Straßen Deutschlands. |
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Der Weg wurde vermessen und nach den Ausgrabungen wieder mit Torf bedeckt
und ist heute unsichtbar. Schade - eine Informationstafel am Ewigen Meer wäre er allemal wert.
Fundstücke und Dokumentationen sind im Staatl. Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg zu besichtigen. Repliken einzelner Fundstücke und Modellnachbildungen kann man im Historischen Museum Aurich sehen. |
Auswahl Ewiges Meer |
Historisches - Teil 2 |
Rundgang
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