Sächsische Schweiz - Elbsandsteingebirge






Gastwirtschaften in der Sächsischen Schweiz -
                                                   eine ganz persönliche Betrachtung

Wer in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, bekommt irgendwann Lust auf "was zu Essen". Entweder leert man nun das mitgeführte Vesperpaket oder kehrt in eine der vielen Gastwirtschaften ein. Es stellt sich rasch heraus, daß es auch hier in der Sächsischen Schweiz sehr große Unterschiede in der Qualität der Gastronomie gibt.

Ich lege bei einer Bergrast Wert auf handwerklich gut und ehrlich zubereitetes Essen, klar strukturierte Speisen und freundlichen Service, egal ob es um Bockwurst und Bier oder ein ganzes Menü geht. Und so entsteht nun nach und nach eine ganz persönliche Hitliste der Gastwirtschaften der Sächsischen und der angrenzenden Böhmischen Schweiz - mitunter mit ganz überraschenden Eindrücken.





Sächsische Dampfschifffahrt - Bordgastronomie zuletzt besucht: Mai 2012

Die Sächsische Schweiz kann man auch auf der Elbe bei einer Dampferfahrt erleben und dann die Gastwirtschaft an Bord ausprobieren. Wer noch die Bordgastronomie der "Weißen Flotte" der DDR kennt, wird staunen:
"Die flotte Schiffsgastronomie", wie heute die Bordgastronomie heißt, ist nicht nur flott und sehr freundlich. Die Speisekarte mit warmen und kalten Speisen ist vielseitig, besonders wenn man bedenkt, daß an Bord eines historischen Dampfers nur eine kleine Kombüse zur Verfügung steht. Die Speisen- und Getränkekarte ist regional ausgerichtet, die Zutaten sind stets frisch. Die Portionen sind ziemlich groß und liebevoll angerichtet. Vom frisch bereiteten Schnitzel und der Sächsischen Roulade bis zur Tomatensuppe und anderen vegetarischen Gerichten schmeckt das Essen sehr gut. Eine besonders gelungene Kreation ist die neu aufgelegte "Schifferbemme" in verschiedenen Varianten, schon optisch ein 5-Sterne-Augenschmaus und kulinarisch perfektioniert mit dem neuen Striesener Bauernbrot. Auch Sonderwünsche beim Essen sind kein Problem - alles, was in der Bordkombüse möglich ist, wird für den Gast gemacht. Für eine Kostprobe empfehlen sich auch die Weiß- und Rotweine an Bord, sie sind sehr ausgewogen und ein besonderes Geschmackserlebnis.



Rauenstein - Berggaststätte zuletzt besucht: April 2011

Das Ambiente und der Service sind sehr gut, eine richtig schöne urige Bergrestauration - ganz nach Belieben mit Selbstbedienung für die Außenplätze oder Bedienung in der Gaststube. Die Speisekarte ist übersichtlich und regional ausgerichtet. Die Speisen schmecken sehr lecker, sind von Hand zubereitet und liebevoll angerichtet. Eine Besonderheit ist das Rechenberger Bier. Kommt aus dem Erzgebirge, schmeckt supergut und ist eine Kostprobe wert, auch weil es nur in wenigen Gaststätten und ausschließlich aus dem Faß ausgeschenkt wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Berggaststätte ist absolut top. Erwähnenswert ist auch der wunderschöne Ausblick, den man aus der Gaststube und vom Aussichtspunkt hat.



Kurort Rathen - Eiscafé & Biergarten "Basteiblick" zuletzt besucht: Sommer 2011

Der "Basteiblick" ist nicht nur das einzige wirkliche Eiscafé im Kurort Rathen, die leckeren Eiskreationen werden auch sehr ansprechend und liebevoll kredenzt. Der Service, das Ambiente und überhaupt der Gesamteindruck sind sehr gut. Das Eiscafé ist optimal für Wanderer, Radfahrer und Felsenbühnenbesucher, liegt es doch genau am linkselbischen Elberadweg und auch in unmittelbarer Nähe von Bahnhof, Fähre und Parkplatz. Biker sind hier auch sehr herzlich willkommen. Neben Eis, Kuchen und Getränken gibt es für den herzhaften Appetit belegte Brötchen, hausgemachten Nudelsalat und verschiedene Würstchen aus der Region. Und die sind nicht nur lecker, sondern werden immer frisch erhitzt und laugen nicht wie vielerorts stundenlang in fettigem Wasser aus. Die kleine Wartezeit nimmt man für den guten Geschmack gern in Kauf und derweil gönnt man sich den Ausblick von der Terrasse, die ihrem Namen "Basteiblick" wirklich alle Ehre macht.



Stadt Wehlen - Imbiß "Zur Habe" zuletzt besucht: Mai 2011

Ein kleiner Imbiß mit Pfiff. Für Wanderer und Radfahrer gleichermaßen ideal gelegen auf der rechtselbischen Seite. Ein typisches Imbiß-Speisen- und Getränkeangebot, aber die Speisen wie Kartoffelsalat, Suppen, Kuchen u.a. sind allesamt haus- und handgemacht. Und das schmeckt man - sehr lecker. Ganz besonderes Highlight ist der Reformationskuchen, den es Ende Oktober gibt. Der Imbiß hat auch bei "schlechterem" Wetter geöffnet, es gibt einige überdachte Verandaplätze.



Pfaffenstein - Berggaststätte
Papststein - Berggaststätte
Großer Zschand - Altes Zeughaus
Großer Winterberg - Berghotel & Restaurant
zuletzt besucht: Oktober 2011

Die vier Gastwirtschaften gehören zur Henkenjohann/Ziegler GBR. Als die beiden jungen Dresdner in den 90er Jahren die leerstehenden, heruntergewirtschafteten und maroden Objekte übernahmen, war das sicher ein sehr mutiges Projekt und brauchte viel Idealismus. Als sie dann auch noch ein biologisch-ökologisches Konzept zu ihrer Philosophie machten, daß von Biofleisch über vegetarisch bis vegan reicht, klang das schon fast irrwitzig. Aber nichts von alledem: Die beiden haben die historischen Gastwirtschaften Stück für Stück wieder zum Leben erweckt und sind auf dem besten Weg, den Objekten wieder zu ihrer alten Berühmtheit zurück zu verhelfen. Henkenjohann und Ziegler sind mit ihren vier Gastwirtschaften auch "NationalparkPartner".
Das Ambiente ist urig, der Service sehr gut und supernett, das Essen ein absoluter Gaumenschmaus. Die Selleriecremesuppe auf dem "Pfaffenstein", das Möhrensüppchen im "Alten Zeughaus" oder die sächsische Soljanka auf dem "Winterberg" sind einige der Suppen-Highlights. Die Salatkreationen sind riesig und superfrisch, die Fleischgerichte bestehen ohnehin jeden Gourmet-Test. Das "Hotel Großer Winterberg" ist noch etwas ganz Besonderes, die Zimmer und die Ausstattung sind einfach und liebevoll und das Frühstücksangebot läßt wirklich keine Wünsche offen. Selbst Vesperpakete für die bevorstehende Wanderung gehören zum selbstverständlichen Service und die Frühstückseier werden immer frisch gekocht, gebraten oder gerührt, da kommt nichts aus der Warmhalte-Theke.
Das gesamte Preis-Leistungs-Verhältnis der Gasthäuser ist absolut angemessen, die Portionen sind sehr üppig und jedes Gericht kann als halbe Portion bestellt werden. Hervorhebenswert ist sind auch die hauseigenen Verzehrgutscheine, mit denen es besondere Freude bereitet, immer wieder die schönen Wanderungen zu den vier Gastwirtschaften zu unternehmen oder ein paar Bio-Köstlichkeiten im zum Unternehmen gehörenden "Biosfaire Ladencafé" im Bahnhof Bad Schandau zu kaufen.



Kurort Rathen - Burg Altrathen zuletzt besucht: Sommer 2011

Wenn man in Rathen richtig lecker essen möchte, dann ist der steile Aufstieg zur Burg Altrathen ein lohnenswerter Gang. Das Ambiente und der Service sind sehr gut und freundlich. Das Objekt ist auch Ausbildungsobjekt und man toleriert gern, wenn die Azubis im Service noch nicht alles perfekt machen, es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die Speisekarte wartet mit leckeren deftigen, aber auch zarteren "Ritterspeisen" auf, allesamt frisch zubereitet und Convenience-frei. Ganz besonders lecker sind auch die selbst gemachten Pizzen und die regionalen Weine. Kleiner Wermutstropfen: Ein wenig unzeitgemäß ist die verlangte Vorkasse bei Übernachtungen im urigen Burghotel oder in der Pension.



Rathewalde - Rathewalder Mühle zuletzt besucht: Oktober 2010

Die verfallene Rathewalder Mühle wurde 2004 von mutigen Wirtsleuten erstmals wieder als Sommergastwirtschaft geöffnet. Ein Riesenprojekt voller Idealismus, die ruinöse Bausubstanz wieder herzurichten und eine florierende Schänke daraus zu machen. Die momentane kleine Gaststube mit ca. 45 Plätzen ist sehr schön restauriert und man wird liebevoll durch die Gastwirte bedient. Es gibt einen wunderschönen kleinen Biergarten, der zum Draußen-Verweilen einlädt. Und hier ist alles hausgemacht: Die frisch geräucherte Forelle, der Mühlenkessel und die Fettbemme genauso wie der Kuchen - einfach nur lecker. Und der Amselgrund ist immer auch eine Wanderung wert.



Hřensko - Restaurace Lucerna zuletzt besucht: Sommer 2011

Das letzte Haus in Hřensko in Richtung Pravčická brána (Prebischtor), aber nur geografisch. Der äußere Eindruck und das Ambiente sind von der typischen tschechischen Einfachheit und Unaufdringlichkeit geprägt. Die Wirtsleute sind sehr nett und das Essen steht dem nicht nach. Es gibt typisch böhmische Küche wie Gulasch oder den legendären Lendenbraten mit Knödeln, aber auch Fisch und frisch geklopfte Hähnchenschnitzel und andere Geflügelvariationen, nicht zu vergessen die Palatschinken. Und es gibt die beste Knoblauchsuppe der Welt, überhaupt sind die "polevkas" eine Sensation. Hervorhebenswert ist auch, daß man sich zu den Speisen die Beilagen nach dem Baukastenprinzip selbst aussuchen kann und extra bestellt. Die Speisen sind alle hausgemacht, üppig portioniert, liebevoll angerichtet und sehr lecker. Die Preise erübrigen jeden Kommentar, machen eher etwas beschämt ob des guten Essens. Das so bescheiden in der Speisekarte stehende Sodawasser entpuppt sich als feinperliges Sprudel und auch der böhmische Portugieser-Rotwein ist für Freunde des "Trockenen" ein Genuß, weil es den in Deutschland kaum noch gibt. Die Gastwirtschaft ist auch besonders kinderfreundlich, die Wirtsleute haben eigens eine sehr schöne Spielecke eingerichtet. Und die Restauration ist die ultimative Einkehr für Katzenfreunde. Hier leben zwei zauberhafte Katzen, die sich gern in der Gaststube aufhalten, mit den Gästen knuddeln und auch gern ein kleines katzengerechtes Stück vom Braten auf dem Teller annehmen. Und da sind dann noch die drei kleinen Hunde, die ebenso freundlich wie neugierig sind.



Tyssaer Wände - Turisticka chata zuletzt besucht: Oktober 2010

Eine im baulichen Zustand sehr gute und schön im Jagdhausstil eingerichtete Gastwirtschaft am NO-Ende der "Großen Wände" auf dem Terrain der "Tyssaer Wände". Das Ambiente und der Service sind sehr gut, die Bedienung ist sehr freundlich. Die vielen sehr jungen Mitarbeiter des Restaurantes in Küche und Service lassen vermuten, daß die Gastwirtschaft auch ausbildet. Die Speisen sind typisch böhmische Küche, aber es gibt natürlich auch Klassiker wie Schnitzel. Das Essen schmeckt sehr gut und bei den Palatschinken gerät man ins Schwärmen. Auch hier gibt es den guten böhmischen Portugieser, der zum böhmischen Braten hervorragend mundet.



Bastei - Restauration zuletzt besucht: Juli 2011
Die Restauration wirbt sehr mit ihrem Panoramablick. Den kann man beim Speisen aber nur genießen, wenn man einen der wenigen und natürlich immer zuerst besetzten Fenstertische im Panoramarestaurant erwischt. Die Außenterrasse und die SB-Panoramaterrasse sind dauerhaft geschlossen. Lediglich ein ungemütlicher Bierstand am Hotelparkplatz, der Imbißstand an der Aussicht und ein paar Kaffeetische an der alten Basteibaude bieten geringfügige Möglichkeit, bei schönem Wetter überhaupt im Freien, aber ohne Ausblick, zu sitzen. Und auch an schönsten Hochsommer-Wochenenden schließen die Außenangebote um 17:00 Uhr, in der Nebensaison haben sie auch bei bestem Wetter gleich gar nicht geöffnet. Es drängt sich der Eindruck auf, die Besucher sollen zur Verbesserung des betrieblichen Wirtschaftlichkeit in das Panoramarestaurant gedrängt werden. Das Ambiente hier ist durchschnittlich, der Service ist sehr gut. Das Convenience-lastige Essen enttäuschte mich und Andere geschmacklich jedoch immer wieder. Die Küche ist wohl eher auf Busreisegruppen und andere Anspruchslose, die möglichst nur einmal dorthin kommen, ausgerichtet. Gourmets werden hier also nicht glücklich und auch Wanderer mit richtig Appetit und Durst fühlen sich hier nicht wirklich willkommen. SB-Speisen gibt es gar nicht mehr, Imbißangebot und Getränke sind preislich völlig überzogen und das Ambiente des Panoramarestaurants paßt nicht zu Wanderschuhen und Rucksack. Da ist ein mitgebrachtes Vesperpaket eher zu empfehlen, das man "natürlich" nicht an den Außenplätzen verzehren darf.



Uttewalder Grund - Gasthaus "Waldidylle" zuletzt besucht: Sommer 2010

Früher war die "Waldidylle" für uns ein beliebter Anlaufpunkt bei unseren Schlechtwetter-Wanderungen. Aufwärmen und etwas hausgemachtes Leckeres zu sich nehmen. Die gute Erinnerung an früher ist leider verflogen. Heutzutage machen wir auch mal die Erfahrung, als einzige Gäste in die Wirtsstube zu kommen und keine Bedienung läßt sich blicken, also geht man wieder. Beim erneuten Versuch ist der Service wieder ziemlich dürftig. Alles geht langsam und das Essen kommt wohl mehr aus der Convenience-Tüte und der Mikrowelle.



Kuhstall - Gasthaus am Kuhstall zuletzt besucht: Oktober 2009

Ein altes Traditionshaus, aber hier ist wohl die Zeit seit 1990 stehen geblieben. Das Ambiente entspricht nicht unbedingt der Vorstellung von einem Gasthaus an einem weithin berühmten Aussichtspunkt. Die Preise sind für das Angebot aus der Mikrowelle überzogen, die Qualität der Speisen ist, gelinde ausgedrückt, schlecht. Z.B. die Soljanka ist eine fettige Wurstsuppe, die Bouletten kann man bei jedem Discounter kaufen. Auch im Jahr 2011 kann man im Internet von aktuellen schlechten Eindrücken anderer Wanderer lesen, es scheint also auch keine Änderung in Sicht. Fazit: Wer auf den Kuhstall geht, sollte lieber ein Vesperpaket mitnehmen oder in der Gastwirtschaft am Lichtenhainer Wasserfall einkehren.