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Klettern - Geschichtliches |
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| 06.03.1864 | Besteigung des "Falkenstein" auf dem "Turnerweg" (heute III)
durch Schandauer Turner unter Zuhilfenahme künstlicher Steighilfen
wie das Einhauen von Sprossen und Anbringen fester Seile Diese Besteigung gilt als der Beginn des Sächsischen Kletterns |
| 1874 | Der "Mönchstein" (der heutige "Mönch") wird auf dem "Südostweg"
(heute III *) von O. Ufer und H. Frick ohne künstliche Hilfsmittel
bestiegen |
| 03.07.1885 | Der "Hintere Gansfels" wird von F. Hartmann, R. Kappmeier und
einem Gefährten erstmals ohne Leitern bestiegen; der "Hintere
Gansfels" wurde mit künstlichen Hilfsmitteln am 16.02.1882 über den
"Alten Weg" (heute I) durch Carl Beck und A. Weingart erstbegangen |
| 1888 | Carl Beck und die Gebrüder Meurer besteigen den böhmischen
"Beckstein" im Prebischtorgebiet, dies gilt als Beginn des Kletterns in der Böhmischen
Schweiz |
| 1888 | Erste Besteigung der "Nonne" über den "Alten Weg" (heute II *)
ohne künstliche Hilfsmittel durch Hermann Fischer, H. Kurze und Gefährten;
die "Nonne" war der erste Felsen in der Sächsischen Schweiz, der
vollständig ohne jegliche künstliche Hilfsmittel erstiegen wurde |
| um 1890 | Oscar Schuster führt den leichten Kletterschuh im sächsischen
Klettern ein, mit dem sich eine bessere Reibung am Fels und feinere
Tritte realisieren ließen |
| 13.09.1891 | Erstbesteigung des "Schusterturm" im Bielatal über den
"Alten Weg" (heute II *) durch Oscar Schuster |
| 1891 - 1913 | Gilt als die Haupterschließungsperiode des Sächsischen
Kletterns, in dieser Zeit wurden die meisten bedeutenden Gipfel
erstbestiegen, z.B. "Artariastein", "Böser Turm", "Spitzes Horn", "Heringstein",
"Meurerturm", "Winklerturm", "Dreifingerturm", "Bloßstock", "Brosinnadel",
"Tante", "Schrammtorwächter", "Große Herkulessäule", "Kleine
Herkulessäule", "Höllenhund", "Schiefer Turm", "Teufelsturm" |
| 27.09.1892 | Am "Falkenstein" wird der "Schusterweg" (heute III *) durch
Oscar Schuster uns M. Klimmer erstbegangen |
| 1892 | Der "Turnerweg" (heute III) auf den "Falkenstein" wird erstmals ohne
künstliche Hilfsmittel durch die Gebrüder F. und R. Meurer begangen |
| 14.09.1893 | Der "Vordere Gansfels" wird über das "Pelmoband" (heute II)
erstmals ohne künstliche Hilfsmittel von Friedrich Meurer und C.
Meurer; der "Vordere Gansfels" wurde mit künstlichen Hilfsmitteln am
11.07.1886 über den "Hartmannweg" (heute II *) von Friedrich
Hartmann und R. Kappmeier erstbegangen |
| 28.12.1893 | Der "Mittlere Gansfels" wird über den "Meurerweg" (heute I) von
Conrad Meurer, Friedrich Meurer und Oscar Schuster ohne künstliche
Hilfsmittel erstbegangen |
| 1893 | Das erste Gipfelbuch der Sächsischen Schweiz wird im Bielatal
auf dem "Schusterturm" durch Oscar Schuster und Fritz Böhme
deponiert |
| 09.06.1895 | Der "Gühnekamin" (heute III *) am "Vorderen Gansfels" wird durch
Arthur Gühne und seinen Gefährten J. Dümler erstbegangen; dabei
haben beide die erste Überschreitung aller drei Gansfelsen
durchgeführt |
| 29.12.1895 | Der "Turnerweg" auf den "Falkenstein" wird erstmals im Winter
durch Friedrich Meurer und Oscar Schuster begangen |
| 1895/1896 | Erste kleine Klettervereinigungen, sog. "Klubs" entstanden;
1914 gab es 125
verschiedene Kletter- und Wanderklubs |
| 1896 | Die erste ausführliche Beschreibung einer Falkensteinbegehung
mit Fotos wird veröffentlicht |
| 1896 | Der "Mönch" wird von 28 Kletterern bestiegen, 1903 von
250 Kletterern |
| 1896 | Der "Falkenstein" wird von 48 Kletterern bestiegen;
1900 von 70 Kletterern, 1901 von 110
Kletterern; 1902 von 226 Kletterern, 1903 von 334 Kletterern |
| 08.04.1897 | Der "Alte Westweg" (heute IV) auf den "Falkenstein" wird durch Erwin Hübner
, Oscar Schuster und Friedrich Meurer erstbegangen |
| 1900 | Beim "Touristen-Verein 'Die Naturfreunde' " wird der Bergruß
"Berg frei!" eingeführt |
| 27.05.1900 | Es ereignet sich der erste tödliche Kletterunfall der
Sächsischen Schweiz; Fritz Brosin, einer der bergsportlichen
Erschließer, stürzt am "Wilden Kopf" im Affensteingebiet ab |
| 30.09.1902 | Der erste Weg der (heutigen) Schwierigkeit VI wird erstbegangen,
der "Westweg" auf die "Nonne" durch Erhard Kießling |
| 07.06.1903 | Beginn der exponierten Wandkletterei in großer Höhe mit der
Begehung der "Lokomotive - Esse" durch den "Überfall" (heute V *)
durch Albert Kunze, Oliver Perry-Smith und H. Simon |
| 1903 | Erstmals taucht der Berggruß "Berg Heil" in einem Gipfelbuch auf
(auf dem "Mönch") |
| 31.10.1904 | Der "Mönch" wird über den "Fehrmannweg" (heute VI *) durch
Rudolf Fehrmann, F. Goetze, A. Kunze, Ch. Klauder erstbegangen |
| 19.09.1905 | Die "Barbarine", das heutige Wahrzeichen der Sächsischen
Schweiz, wird durch Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith über den
"Alten Weg" (entspräche heute einer VI) erstbestiegen |
| 1905 | Rudolf Fehrmann steigt den "Mönch", den "Höllenhund"
und den
"Chinesischen Turm" frei zurück |
| 07.04.1906 | Der "Wilde Kopf" im Affensteingebiet, an dem Fritz Brosin 1900 beim
Besteigungsversuch tödlich abgestürzt ist, wird durch Oliver
Perry-Smith und Rudolf Fehrmann über den "Alten Weg" (heute VI) erstbegangen |
| 24.06. 1906 | Der erste Weg der Schwierigkeit VII (heute o.U. VIIb *) wird
erstbegangen, die "Perrykante" am "Spannagelturm"
im Bielatal durch Oliver
Perry-Smith und Arthur Hoyer |
| 1906 | Beginn der Benutzung von Seilschlingen beim Klettern |
| 1908 - 1917 | Heftige Diskussionen um ein Kletterverbot in der Sächsischen
Schweiz zum Zwecke des Heimatschutzes. Anlaß war das zunehmend
rüpelige Verhalten der Kletterer, die Verschandelung der Felsen
durch Wetterfahnen, Stangen und Blechkränze; die Zerstörung der
Natur durch Niedertrampeln der Vegetation und Überhäufung mit Müll
und die hohe Zahl der tödlichen Unfälle |
| 01.06.1908 | Der erste Kletterführer der Sächsischen Schweiz "Der Bergsteiger
in der Sächsischen Schweiz - Führer durch die Kletterfelsen des
Elbsandsteingebirges" von Rudolf Fehrmann erscheint |
| 1908 | Der Schnappkarabiner aus Stahl wird erstmals in den sächsischen
Klettersport einbezogen und erleichtert das Ein- und Ausklinken des
Kletterseiles |
| 1909 | Die ersten Unfallhilfsstellen werden auf der Bastei, in Rathen,
in der Ottomühle und in der Schrammsteinbaude vom
"Landessamariterverband Sachsen" eingerichtet |
| 19.05.1910 | Die "Barbarine" wird zum 100. Mal bestiegen |
| 01.03.1911 | Gründung des "Sächsischen Bergsteigerbundes" (SBB), der eine
Zusammenfassung der vielen Klubs anstrebte; zur Gründung waren 15
Kletterklubs, 1914 bereits 75 Kletterklubs im SBB vereinigt |
| 1911 | Arymund Fehrmann schreibt in einem Beitrag im Taschenbuch "Bergheil",
daß sich die sächsischen Bergsteiger "... selbst unsere sportlichen
Gesetze unabhängig von dem, was für alpine Bergfahrten gilt..."
schaffen müssen und definiert u.a. den Verzicht auf künstliche
Hilfsmittel
Das gilt als Beginn der Festschreibung der Sächsischen Kletterregeln |
| 06.09.1912 | Mit der Erstbegehung des "Vexierturm" über die "Weinertwand"
(heute VIIa *, o.U. VIIc) durch Eduard Weinert und O. Lugenheim
beginnt die Ära der extremen Wandkletterei; die "Weinertwand" hat
auf 80m Länge nur 3 Ringe und forderte zwischen 1915 und 1921 sechs
Todesopfer |
| 02.10.1913 | Erstmals ist eine Frau, Martha Pötzsch, an einer Erstbegehung
des VII. Schwierigkeitsgrades beteiligt, sie besteigt mit Oliver
Perry-Smith und R. Pötzsch den "Daxenstein" (auch "Dachsenstein") im
Bielatal über das "Klavier" (heute VIIa *!) |
| 1914 - 1945 | Es werden überwiegend neue Aufstiege auf bekannte Felsen
erstbegangen; die Ersteigung neuer Felsen geht drastisch zurück |
| 1917 - 1919 | Das diskutierte Kletterverbot in der Sächsischen Schweiz wird
ausgesprochen |
| 09.05.1918 | Der erste Weg der Schwierigkeit VIII (heute VIIIa *) wird
erstbegangen; die "Westkante" auf den "Wilden Kopf" im
Affensteingebiet durch Emanuel Strubich, A. Sieber und K. Eisold |
| 1923 |
Einführung der Sächsischen Kletterskala
(vorerst Schwierigkeit I - VII) durch Rudolf Fehrmann in seinem
Kletterführer "Der Bergsteiger im Sächsischen Felsengebirge", der in
der 2., überarbeiteten Auflage erscheint |
| ab 1945 | Das aus der Not geborene Barfuß-Klettern erweist sich als
klettertechnischer Fortschritt, kleinste Unebenheiten konnten besser
wahrgenommen und die Trittgenauigkeit erhöht werden |
| um 1955 | Die ersten Kletterseile und Seilschlingen aus Polyamid-Fasern (damals "Dederon") ersetzen
die bis dahin üblichen Kletterseile aus Hanf; Fangstoß und
Reißfestigkeit werden erheblich verbessert |
| 28.09.1956 | Als erste Frau bei einer Erstbegehung im Schwierigkeitsgrad VIII
besteigt Liselotte Hornemann über den "Westweg" (VIIIa) den "Turm am
Verborgenen Horn" im Schmilkaer Gebiet mit Horst Hensel (Vorstieg)
und A. Tittel |
| 12.08.1965 | Der erste Weg der Schwierigkeit IX wird erstbegangen; die
"Königshangel" (IXa) auf den "Frienstein" im Affensteingebiet durch
Fritz Eske, G. Kalkbrenner, H. Heine und G. Warmuth |
| 1966 | Die "Barbarine", das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, wird
auf einer Briefmarke verewigt |
| 1975 | Die "Barbarine" wird zur Erhaltung des Felsens für den
Klettersport gesperrt; Blitz und Verwitterung hatten starke
Zerstörungen hervorgerufen, zuvor erfolgten bereits 1946, 1964 und
1974 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen |
| 1979 - 1984 | Bernd Arnold kann 70 der insgesamt 113 Erstbegehungen für
sich verbuchen; von den 70 Wegen waren 52 in den
Schwierigkeitsstufen IX und X |
| 15.08.1982 | Der erste Weg der Schwierigkeit X (Xa) wird erstbegangen; der
"Ausflug ins Nirwana" auf die "Friensteinwarte" im Affensteingebiet
durch Bernd Arnold, G.Lamm, G.Ludewig, A.v. Carlsburg |
| 1982 | Über 50 Erstbegehungen der Schwierigkeitsgrade VIII bis X werden
erfolgreich begangen |
| 1984 | Christine Ludewig beteiligt sich als erste Frau bei einer
Erstbegehung der Schwierigkeit IX und bei einer Erstbegehung der
Schwierigkeit X im Team von Bernd Arnold (Vorstieg) und Gefährten |
| 1998 ? | Der XII. Schwierigkeitsgrad im sächsischen Felsklettern wird
erreicht |