Adrian Zingg (1734 - 1816) - Schweizer Zeichner und Kupferstecher
Er kam mit seinem Freund Anton Graff (1736 - 1813) - Schweizer Porträtmaler - 1766 an die Dresdner Kunstakademie
des Königs. Seitdem wanderten sie auf uralten Wegen durch das
Elbsandsteingebirge zwischen Pirna und Herrnskretschen, manchmal wochenlang. Sie fanden eine Landschaft, die
mit ihrer heimatlichen verwandt schien, sie faszinierte das Zusammenspiel
der wilden Natur mit den Feldern, Wiesen und Ortschaften. Zingg hat mit
seinen Zeichnungen, Studienblättern und Stichen diese Landschaft als
Naturschönheit bekannt gemacht und damit einen Wandel in der Betrachtung des
Elbsandsteingebirges ausgelöst.
So fühlte sich u.a. sein Schüler Caspar David Friedrich veranlaßt, diese schöne Gegend selbst aufzusuchen.
Vermutlich begegnete Zingg in Hohnstein Wilhelm Leberecht Götzinger und ließ
sich von diesem zu außergewöhnlichen Wanderungen und Motiven inspirieren. Es ranken sich Legenden, daß A. Zingg und A.
Graff selbst den Namen "Sächsische Schweiz" geprägt haben sollen, die
aber durch nichts belegt sind, wahrscheinlicher kommt die Bezeichnung aus
dem künstlerischen Umfeld Adrian Zinggs.
Kupferstiche von A. Zingg sind z.B.
"Basteiaussicht", "Im Liebethaler Grund" und "Blick
durch ein Felsentor auf Schloß Hohnstein".
Carl Heinrich Nicolai (1739 - 1823) - Lehrer und Pastor
Er wurde als Schuhmacherssohn in Berlin geboren, seit 1764 war er dann in Dresden als Lehrer
tätig. Ab 1797, nach dem Tod seiner ersten Frau, arbeitete er als Pastor in Lohmen. In
der Nähe der "Bastei" lebend, begeisterte er sich schnell für die Sächsische
Schweiz und war von deren Schönheit fasziniert. Er war ein passionierter
Wanderer und bald auch ein gefragter Wanderführer. Er führte von Lohmen aus
viele Reisende persönlich durch die Gegend. 1801 gab er den "Wegweiser durch
die Sächsische Schweiz" heraus - einen kurzen praktischen Wegführer, der in fünf
Auflagen erschien und 1990 nochmals aufgelegt wurde. Dieser Wanderführer
beschrieb bereits großenteils die Route, die
später als "Malerweg" bekannt wurde, überwiegend vorhandene alte
Wege. Eine Sandstein-Inschrift aus dem Jahre 1834 neben der "Basteibrücke" erinnert an sein
und W. L. Götzingers Wirken für den Fremdenverkehr und die touristische
Erschließung der Sächsischen Schweiz. Sein Grab befindet sich auf dem
Lohmener Friedhof.
Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 - 1818) - Pastor und Autor
Er war Sohn eines Pfarrers und wurde in Struppen geboren. Götzinger erhielt
eine überdurchschnittliche intellektuelle und naturwissenschaftliche Bildung
und studierte 1766 - 1780 in Wittenberg Theologie. Er war immer ein vielseitig interessierter
Naturliebhaber und blieb zeitlebens der Sächsischen Schweiz eng verbunden.
Bereits als Kind fühlte er sich im Diebskeller am Kleinen Bärenstein heimisch, hier
begann wahrscheinlich Götzingers Landschaftsliebe. Heute wird diese Höhle
auch Götzingerhöhle genannt. Er durchwanderte die Sächsische
Schweiz umfassend und auch auf Routen, die weit abseits der damals gängigen
Wanderwege lagen. Götzinger verfaßte 1786 die "Geschichte und Beschreibung des Cursächsischen Amtes Hohnstein
mit Lohmen". 1804 erschien dann "Schandau und seine Umgebungen oder
Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz", die seinerzeit
umfangreichste Landschaftsbeschreibung und gleichzeitig der sorgfältigste
Fremdenführer. Diesem Buch fügte er auch eine selbst entworfene Reisekarte
bei, die die beste während der Zeit der touristischen Erschließung der
Sächsischen Schweiz war. 1812 erschien dann die zweite überarbeitete Auflage
des Buches. Götzinger löste mit seinem Buch einen wahren "Reiseboom" in die
Sächsische Schweiz aus. Besonders die Maler dieser Zeit nahmen die
Inspiration durch Götzinger auf und wanderten vielfach
auf den Götzinger´schen Routen durch die Sächsische Schweiz. Somit
ist wohl Götzinger der eigentliche Erfinder des "Malerweges". Dem
bedeutenden Wirken Götzingers ist u.a. die bereits oben bei Carl Heinrich
Nicolai genannte
Sandstein-Inschrift neben der "Basteibrücke" gewidmet und auch in
der Diebshöhle (der frühere Diebskeller) am Kleinen Bärenstein befindet sich eine Gedenktafel (diese
Höhle ist auch als Götzingerhöhle bekannt). Sein Buch "Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz"
ist inzwischen eine bibliophile und immer wieder lesenswerte Kostbarkeit und
wurde 1991 vom Verlag der Kunst in Dresden wieder aufgelegt.
Carl August Engelhard (1768 - 1834) - Pädagoge und Schriftsteller
Er wurde in Dresden als Sohn eines Zuckerbäckers geboren und studierte von
1786 bis 1790 in Wittenberg Theologie. Später arbeitete er als Hauslehrer
und Archivar in Dresden. Engelhard verfaßte anfangs pädagogische Schriften
und wandte sich dann zunehmend geschichtlichen Beschreibungen zu. Auf den
ab 1792 gemachten gemeinsamen Wandertouren mit J. P. Veith waren beide so begeistert von der schönen Landschaft, daß sie 1794/95 die "Mahlerischen Wanderungen durch Sachsen" herausbrachten.
Dies waren die ersten Reiseberichte über die Sächsische Schweiz.
C. A. Engelhard verfaßte
den Text der Hefte und würdigte dabei auch erstmals die schwere Arbeit der
Steinbrecher im Liebethaler Grund. Diese Reisebeschreibungen wurden nur 2008
nochmals in einer Reprintausgabe aufgelegt.
Johann Philipp Veith (1768 - 1837) - Maler und Kupferstecher
Er ist geborener Dresdner, jedoch aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Es
gelang ihm, gelegentlich Zeichenstunden zu nehmen und über
seinen Zeichenlehrer bekam es Zugang zur Dresdner Kunstakademie. Er lernte
Zeichnen und Kupferstechen bei Adrian Zingg, im Alter von 22 Jahren konnte
J. P. Veith endlich langsam als selbständiger Künstler in der Dresdner Szene
Fuß fassen. Er verschrieb sich der Landschaftsdarstellung und ab 1792 begab er
sich gemeinsam mit seinem Freund C. A. Engelhard auf Wandertouren durch die
Sächsische Schweiz. In den "Mahlerischen Wanderungen durch Sachsen"
hielt J. P. Veith die Eindrücke in Kupferstichen fest.
Später lernte er C. D. Friedrich kennen und wohnte auch teilweise mit
ihm zusammen. 1817 wurde
J. P. Veith Mitglied der Dresdner Akademie und 1833
Professor. Bekannte Stiche sind
z. B. "Königstein und Lilienstein", "Kuhstall" und "Schloß Hohnstein".
Caspar David Friedrich (1774 - 1840) - Maler
Er wohnte seit 1799 in Dresden und wurde sehr wahrscheinlich durch Adrian
Zingg und Johann Philipp Veith auf die Sächsische Schweiz aufmerksam. Er besuchte fast jährlich das
Elbsandsteingebirge. Einmal blieb er eine Woche allein im Uttewalder Grund,
um das Schauspiel der Dämmerung zu studieren. Er hat alle bedeutenden Motive
entlang der "Malerstraße" gezeichnet und gemalt. C. D. Friedrich war ein
sehr genauer Naturzeichner, er malte die Natur jedoch nicht einfach ab,
sondern inszenierte sie neu im romantischen Stil. Eindrucksvoll sind seine
beiden Bilder "Felsenschlucht" 1822 und "Felsenthor" 1828, in denen er die
Felsengruppe der "Kleinen Steinschleuder" in zwei ganz unterschiedlichen
Spannungen malte. C.D. Friedrich verweilte auch längere Zeit im Krippener
Gebiet. Dort zeichnete er viel und verwendete die am Fuß der Kaiserkrone
gemachten Skizzen für seinen "Wanderer im Nebelmeer". Eines der
bedeutenden Ölgemälde ist auch "Ausblick ins Elbtal" um 1807. C.
D. Friedrich verstarb mit 65 Jahren und wurde 1840 auf dem
Trinitatisfriedhof in Dresden beigesetzt.
Carl Maria von Weber (1786 - 1826) - Komponist
Er hielt sich ab 1817 in Dresden auf und wohnte einige Sommer in Hosterwitz
bei Pillnitz (heute Weber-Museum). Er schrieb 1821 seinen "Freischütz". Das
Vorbild für die Wolfsschluchtszene, den Höhepunkt der Oper, fand er im
Elbsandstein am Neurathener Felstor und der Martertelle. Das intensive
Naturgefühl drückte er in ebensolchen Klanginszenierungen aus. Am 05.06.1826
verstarb C. M. v. Weber in London, wo er sich in den Sommermonaten aufhielt,
um u.a. am "Oberon" zu schreiben. 1844 wurde seine sterblichen Überreste
umgebettet und liegen seitdem auf dem Alten Katholischen Friedhof in
Dresden-Friedrichstadt.
Johan Christian Clausen Dahl (1788 - 1857) - Maler
Er war norwegischer Landschaftsmaler und kam 1818 nach Dresden. Dort wurde
er außerordentlicher Professor und befreundete sich auch mit C. D.
Friedrich. Dahl gehörte zu den Maler der Romantik, entwickelte aber einen
eher realistischen Stil. Seine naturnahen Bilder wurden z.B. auch für C. G.
Carus künstlerisches Vorbild. Dahl reiste oft in die Sächsische Schweiz und
zeichnete und malte dort, sehr oft im Liebethaler Grund. Bilder sind z.B.
die Zeichnung "Bastei-Aussicht" ca. 1840 und das Gemälde "Mühle im
Liebethaler Grund" 1823.
Carl Gustav Carus (1789 - 1869) - Arzt, Naturforscher, Maler, Philosoph
Seit 1814 in Dresden als Medizin-Professor, gehörte er zu den herausragenden
Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, er war u. a. auch mit Goethe,
Humboldt und Tieck bekannt. C. G. Carus zeichnet seit seiner Kindheit und
erhielt von seinem Hauslehrer Zeichenunterricht. Die Ölmalerei brachte er
sich autodidaktisch bei, in späteren Jahren entdeckte er die großformatige
Kohlezeichnung als eigenständiges künstlerische Ausdrucksform. Er malte und zeichnete viel im
Elbsandsteingebirge, besonders liebte er die
Gegend um die Bastei. Carus war von der Landschaft so
begeistert, daß er dort auch mehrfach übernachtete, um die Wirkung des Mondlichtes
auf die Felsen zu
studieren. C. D. Friedrich war sein Freund und lebenslang sein künstlerisches Vorbild,
auch wenn die Freundschaft später auseinander ging. Oft
reisten beide gemeinsam in die Sächsische Schweiz und zeichneten und malten
die selben Motive. Daher ist es bis heute z.T. schwer, Bilder und
Zeichnungen der beiden eindeutig zuzuordnen.
Aquarellierte Zeichnungen sind z.B. "Felsen in der Sächsischen Schweiz mit Blick ins Elbtal"
1827, auf der er den Wartturm darstellt, und "Blick zur Kleinen Gans" 1827.
Das Gemälde "Erinnerung an die Eigentümlichkeit des Sandsteingebirges oder
der sog. Sächsischen Schweiz" schenkte er 1823 Johann Wolfgang von Goethe.
C.G. Carus war Leibarzt des sächsischen Königs seit 1827. Er wurde 1869 auf
dem Trinitatusfriedhof in Dresden beigesetzt.
Ernst Ferdinand Oehme (1797 - 1855) - Maler
Er wurde in Dresden geboren und begann seine Künstlerlaufbahn als
Autodidakt. Seit 1819 war er an der Dresdner Kunstakademie und wurde dort
Schüler von Johan Christian Clausen Dahl. Er war mit Ludwig Richter
befreundet und lernte auch Caspar David
Friedrich näher kennen. Oehme widmete sich dem Naturstudium und zeichnete und
malte hauptsächlich in Dresdens Umgebung und der Sächsischen Schweiz. Er
gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Dresdner Landschaftsmalerei in
der 1. Hälfte des 19. Jh. In
seinen späteren Schaffensjahren ab 1830 löste sich Oehme von der romantischen
Malerei nach dem Vorbild C. D. Friedrichs und malte realistischer und
weniger symbolhaft. Bilder sind z.B. die Gemälde "Waldinneres" 1822,
"Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz" 1827 und die aquarellierten
Zeichnungen "Dittersbacher Tal" 1830, "Blick auf die Sächsische Schweiz"
1840.
Adrian Ludwig Richter (1803 - 1884) - Maler und Kupferstecher
Er gehörte zu den
romantischen Malern und zeichnete bereits mit 15 Jahren in der einzigartigen Landschaft. Er war fasziniert von der Schönheit des Elbtales und nutzte besonders
die Blicke vom Schiff aus für seine Arbeiten. Bekanntes Bild ist die "Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein". Auch L. Richter bildete 1821 die Felsgruppe an
der "Kleinen Steinschleuder" in seinem Kupferstich "Neurathener Felsenthor"
ab, die sich grundlegend von den beiden Darstellungen des C. D. Friedrich unterscheidet.
Ludwig Richter wurde bereits zu Lebzeiten sehr geschätzt und geehrt. So ist
er auch auf dem berühmten "Fürstenzug" in Dresden abgebildet (rechtes Ende
mit Kindern).
Carl Robert Kummer (1810 - 1889) - Landschaftsmaler
Er war geborener Dresdner und studierte 1826 - 1829 an der Dresdner Akademie
bei C. A. Richter, dem Vater Ludwig Richters. Ab 1829 arbeitete Kummer dann
im Atelier von Johan Christian Clausen Dahl. Kummers Maltechnik stand
hauptsächlich unter dem Dahl´schen Einfluß zwischen Romantik und Realismus.
Er wurde zu einem der bedeutendsten Künstler der sogenannten zweiten Romantikergeneration,
1848 wurde Kummer Ehrenmitglied der Dresdner Akademie.
Studienreisen führten Kummer in etliche Länder, besonders in seinen jungen
Jahren malte er auch oft in der Sächsischen Schweiz, es entstanden Ölbilder
und Bleistift- und Federzeichnungen. Werke sind z.B. das Ölbild "Zwei
Wanderer im Elbsandsteingebirge" 1827, das den Blick vom Brand in Richtung
Wehlen mit Gamrig, Bärensteinen, Rauenstein und Weißen Brüchen. Bekannt sind
auch die Ölstudie
"Blick auf die Elbe bei Rathen" ca. 1837 und die Radierung "Blick
vom Kleinen Bärenstein" ca. 1830.
Richard Wagner (1813 - 1883) - Komponist
Er übersiedelte 1814 nach Dresden. Als Erwachsener hatte er ein Sommerhaus
in Graupa gemietet und erlebte im Liebethaler Grund ein intensiven
Naturklang und war fasziniert vom tosenden Wildbach. In der Lochmühle
entwarf er 1845 seinen "Lohengrin". Heute steht dort das
Richard-Wagner-Denkmal.
Hermann Krone (1827 - 1916) - Professor und Fotograf
Er absolvierte eine Lehre als Lithograf und studierte ab 1849 an der
Dresdener Kunstakademie, u.a. auch bei Ludwig Richter. Er war einer der
bekanntesten Fotografen seiner Zeit und gilt als fotografischer Erschließer
der Sächsischen Schweiz, er war Vorsitzender des "Gebirgsvereins für die
Sächsisch-Böhmische Schweiz". 1853 begann er mit ersten Landschaftsaufnahmen in
der Sächsischen Schweiz, bei denen er Plattenkamera und mobile Dunkelkammer
mittels Leiterwagen bei sich führte. Die Fotoserie wurde 1853 in seiner
"Photografischen Landschaftstour durch die Sächsische Schweiz"
veröffentlicht, neben der "Basteibrücke" erinnert eine Gedenk-Inschrift an
seine Arbeit. 1907 wurde H. Krone in Würdigung seiner Leistungen zum Hofrat
ernannt.
Ernst Erwin Oehme (1831 - 1907) - Maler
Er ist der Sohn Ernst Ferdinand Oehmes und lernte ebenso an der Dresdner
Kunstakademie. Sein Malstil war romantisch-poetisch, er arbeitete kurzzeitig
unter Ludwig Richter, ging dann künstlerisch aber eigene Wege. Bekanntes Gemälde von ihm ist "Steinbruch in der Sächsischen Schweiz" 1860, das eine
großartige Lichtführung hat und vermutlich einen der damaligen Steinbrüche
bei Stadt Wehlen zeigt.
Robert Hermann Sterl (1867 - 1932) - Maler
Er lebte in Dresden und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des
deutschen Impressionismus. Er studierte von 1881 bis 1891 an der
Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden und wurde 1906 zum
Professor ernannt. 1896 bereits eröffnete er eine private Malschule für
Damen, die bis 1904 existierte. Von 1913 bis 1930 war R. Sterl Mitglied der
Dresdner Galeriekommission, 1927 erhielt er die Ehrendoktorwürde der
Universität Leipzig. R. Sterl hatte stets eine besondere Beziehung zum
Elbsandsteingebirge. Von 1892 bis in die 1920er Jahre malte und zeichnete er
regelmäßig in der Sächsischen Schweiz. Seine authentischen Darstellungen der
Steinbrüche und der Arbeit der Steinbrecher sind ein beeindruckendes
Zeitzeugnis. Gemälde sind z.B. "Elbebagger" 1905, "Die
Steineklopferin" 1907, "Steinbrecher"
1909 und "Sonniger Steinbruch"
1910. Sein von ihm 1919 erworbenes Wohnhaus in Naundorf ist heute das
"Robert-Sterl-Haus" und zeigt als Museum den künstlerischen Nachlaß Sterls.
Alfred Meiche (1870 - 1947) - Historiker und Volkskundler
Er wurde in Sebnitz als Sohn eines Kunstblumenmachers geboren. Nach seinem
Studium der Germanistik und Geschichte und der Promotion war er ab 1899
Privatgelehrter in Dresden. Meiche hat sich um die Kultur- und
Landesgeschichte Sachsen, insbesondere der Sächsischen Schweiz sehr verdient
gemacht, er war Mitglied etlicher wissenschaftlicher Gesellschaften. Zu Meiches umfangreichem Nachlaß gehören neben seinem Hauptwerk, der
"Historisch-topographischen Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna" von
1927 auch Untersuchungen zur Deutung von Orts-, Flur- und Familiennamen, das
"Sagenbuch des Königreiches Sachsens" 1903 und das "Sagenbuch der
Sächsischen Schweiz" 1929. Ohne diese unter wissenschaftlichen Aspekten
zusammengetragene Sammlung wären die meisten Sagen der Sächsischen Schweiz
sicherlich in Vergessenheit geraten. Für seine Verdienste erhielt Meiche
1946 die Ehrenbürgerschaft von Sebnitz. Das Kunstblumen- und Heimatmuseum in
Sebnitz trägt seinen Namen ebenso wie ein Wanderweg bei Sebnitz.
Bruno Barthel (1885 - 1956) - Mundartdichter und Heimatforscher
Als Sohn eines Sandsteinbrechers in Lohmen geboren, war er zeitlebens in der
Gegend von Lohmen, Uttewalde und Wehlen zuhause. Er lernte selbst den Beruf
des Steinbrechers und widmete sich mehr und mehr der Mundartdichtung und der
Botanik. 1955 erschien sein Buch "Im di Bastei rim", mit dem er ein
Heimatwerk über die Sächsische Schweiz abseits der üblichen Wanderstraßen
schaffen wollte. Erst 1959 wurde sein volkskundlicher Beitrag "Von den
Steinbrechern im Elbsandsteingebirge" veröffentlicht. Heute trägt der
Wanderweg "Rathewalde - Basteistraße - Uttewalder Grund" seinen Namen.
Walter Hahn (1889 - 1969) - Fotograf
In Berlin geboren, wohnte er seit 1898 in Dresden. Er war gelernter
Litograph und begann bereits während seiner Lehre 1904 mit dem Fotografieren. Er war sehr eng mit der
Sächsischen Schweiz verbunden und ging auch selbst leidenschaftlich gern klettern. Zum
Fotografieren nahm er meist mehrere kleinere Kameras und eine schwere
Plattenkamera mit, die er allesamt auf die Felsen hochschleppte. Berühmt wurde er durch seine hochwertigen Landschafts-
und Bergsteigerfotografien. Er fotografierte Kletterer oft auch bei
schwierigen Erstbegehungen neuer Kletterwege. 1905 begann er, seine Kletter-
und Felsaufnahmen zum Verkauf anzubieten und hatte damit so viel Erfolg, daß
er das Fotografieren zu seinem Beruf machte. Berühmt wurden seine Ansichtskarten, die "Hahnpostkarten", seine erste Postkarte erschien 1906. W. Hahn bannte die Sächsische
Schweiz im Laufe von drei Jahrzehnten auf über zweitausend Fotografien. 2009
erschien beim Verlag Lehmstdt ein wunderbarer Bildband mit seinen besten
Sächsische-Schweiz-Fotografien der Jahre 1911 - 1938. Mitte der 20er Jahre
entdeckte W. Hahn auch die Luftbildfotografie für sich. Etwa 15.000 seiner Glasplattennegative werden heute in der Sächsischen
Landesbibliothek in Dresden verwaltet.
Hanns Georgi (1901 - 1989) - Pädagoge, Maler und Illustrator
Er wurde als Curt Johannes Georgi in Dresden geboren und begann schon in
seiner Kinderzeit zu zeichnen. Sein Talent wurde zwar von seinen Lehrer
gefördert, er erreichte seine Meisterschaft jedoch durch autodidaktisches
Studium. Georgi absolvierte nach der Schule eine Lehrerausbildung und
arbeitete bis 1926 als Lehrer in Hermsdorf. Nach seinem Studium an der
Universität Leipzig promovierte er 1931. Neben seiner Lehrertätigkeit malte
und zeichnete H. Georgi sehr viel in der Sächsischen Schweiz, im Dresdner
Umland, in Böhmen und auf der Insel Rügen. 1945 wurde er aus dem Schuldienst
entlassen und arbeitete seitdem als freischaffender Maler und Grafiker.
Künstlerisch war H. Georgi dem Impressionismus verbunden, mit seine Arbeiten
war er auf zahlreichen Ausstellungen vertreten und er hinterließ ein
ungewöhnlich umfangreiches künstlerisches Werk. Ölbilder sind z.B. "Im
Steinbruch II" 1952, "Blick übers Kirnitzschtal" 1973.
Irmgard Uhlig (1910 -2011) - Pädagogin und Malerin
Sie studierte 1930 - 33 in Dresden Pädagogik und unterrichtete seit 1933 an
32 Schulen in der Dresdner Umgebung. 1945 wurde sie vom Schuldienst
entlassen, seit 1946 ist I. Uhlig freischaffende Malerin. Sie ist die
bedeutendste zeitgenössische Malerin der Sächsischen Schweiz und schuf
unzählige Aquarelle, in denen sie die Schönheiten der Landschaft
interpretiert. Als Bergliebhaberin hat sie eine große Verbundenheit mit der
Sächsischen Schweiz und ging seit ihrer Jugend auch Klettern. Das
ermöglichte ihr Motive, die anderen Malern verschlossen blieben. Mit
zunehmenden Lebensalter geht es I. Uhlig nicht mehr um die Entdeckung neuer
Motive, sondern mehr um die Variationen der besten Motive. Noch mit 90
Jahren bestieg sie mit einer Freundin den Plattenstein, um ihr
Lieblingsmotiv, die Gans, zu malen. Eine
ständige Ausstellung ihrer Bilder ist in Dresden-Mitte im Bergsportladen
"Gipfelgrat" zu sehen.
Irmgard Uhlig verstarb 100-jährig am 17.08.2011 und wurde auf dem
Stephanusfriedhof in Dresden-Kleinzschachwitz beigesetzt.
Claudius Spindel (1962 geboren) - Illustrator und Maler
In Berlin geboren und seit 1985 wieder dort lebend, unternahm er seit 1990 verschiedene Studienreisen, u.a. auch
durch das Elbsandsteingebirge und wohnte dabei längere Zeit im Kurort Rathen. Er begeisterte sich schnell für die
landschaftlichen Schönheiten und fertigte vor Ort zahlreiche Skizzen und Zeichnungen,
nach denen er anschließend seine stimmungsvollen Ölgemälde schuf. Die
Gemälde sind große naturalistische Inszenierungen der Landschaft und
offenbaren
Bezüge zu den Malern der Romantik. Gemälde sind u.a.
"Abend über der Elbe", "Große Böhmische Pastorale" und "Eichbaum vor dem
Fels".
Jochen Fiedler (1962 geboren) – Maler
Er wurde in Dresden geboren und beschäftigte sich schon früh mit der Malerei. Durch Zeichenzirkel und Abendstudium künstlerisch vorgebildet, studierte es 1983 – 1988 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, 1988 wurde er Meisterschüler bei Prof. Gerhard Kettner. Seit 1989 arbeitet J. Fiedler freiberuflich als Künstler in Dresden und der Sächsischen Schweiz, wo er viele Motive findet, die er überwiegend in Öl, Aquarell und Pastell gestaltet.
Sein Malstil scheint post-impressionistisch beeinflußt und schafft besonders
in der Pastelltechnik starke Landschaftsansichten. Ölbilder sind z.B. „November am Brand, „Oberes Polenztal“, Aquarelle sind z.B.
"Abendlicht auf Postelwitzer Steinbrüchen", "Bäume vor Felsen", Pastelle sind z.B.
"Felsen am Basteimassiv", "Winter im Polenztal", "Hohnstein", "Altes Haus im Polenztal" und
"Felsen am Fluß".
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