Flora / Pflanzenwelt

Typisch für die Sächsische Schweiz sind kleine geschlossene
Waldgebiete mit Mischwald - in den feuchten kühlen Gründen mit hoher
Luft- und Bodenfeuchte meist Fichten, Tannen, einzelne Buchen,
Eschen und Bergahorne; auf den wärmeren Fels-Plateaus
Birken-Kiefern-Wald, auf den Ebenheiten überwiegend Buchen-Eichen-Wälder und auf den
Basaltbergen wie dem Großen Winterberg dominieren eindrucksvolle Buchenwälder,
einige der mächtigen Buchen sind bereits über 200 Jahre alt. An den lichten
Bachläufen der Polenz und der Kirnitzsch stehen Eschen, Erlen und
Weiden. Am auffälligsten sind die auf Felsen und an Felswänden
wachsenden skurrilen Kiefern und genügsamen Birken, die mit ihren
Wurzeln in kleinste Risse und Spalten drängen, um an Nährstoffe zu
gelangen. Die Kiefer holt sich ihr Wasser darüber hinaus aus der
sog. "Kronentraufe", bei der sich kleinste Nebeltröpchen aus der
Luft an den Nadeln absetzen und über die Wachsschicht ablaufen und
zu Boden tropfen.
Besondere Beachtung verdienen auch die
wenigen Weißtannen, die in den Gründen der Hinteren Sächsischen
Schweiz zu finden sind. Früher war die Weißtanne eine der häufigsten
Baumarten des Elbsandsteingebietes, sie ist durch wirtschaftliche
Nutzung und Umweltschäden fast ausgestorben und wird nun wieder
aufwendig ang ezüchtet.
In den nächsten Jahren sollen tausender junger Weißtannen wieder
gepflanzt werden.
Am Waldboden finden sich
neben Fichtenjungwuchs Farne wie "Rippenfarn" und "Wald-Frauenfarn".
Die Sächsische Schweiz hat eine außerordentliche Farnvielfalt, ca.
25 Arten sind bekannt. Die häufigste Farnart ist der "Breitblättrige Dornfarn" mit seiner blaugrünen Färbung, wesentlich seltener kommen
einige Arten des Streifenfarns vor.
Durch das Inversionsklima bedingt findet man in den kühlen feuchten
Gründen der Sächsischen Schweiz Pflanzen, die sonst nur im
Hochgebirge zuhause sind.
Die häufigste Art unter den alpinen Pflanzen ist der "Sumpfporst". Er hat einen
aromatisch würzigen Geruch und trägt im Mai weiße Blütendolden. Seine
Verbreitung ist auf die kühlen Gründe des Zschands, des Schmilkaer Gebietes
und des Basteigebietes beschränkt. Im Juni und Juli blüht überwiegend an den
Bachläufen der Waldgeißbart oder auch Johanniswedel. Seine großen
hellen Fiederwedel leuchten auffällig und schön und obwohl er recht
häufig zu sehen ist, steht der Johanniswedel wie viele andere
Pflanzenarten unter Naturschutz. Seltenere montane Pflanzen sind die
"Krähenbeere" und das "Zweiblütige Veilchen". Auf einem Felsblock
kann man den "Knotenfuß" finden, der an dünnen Stilen rote Beeren
trägt.
Auch Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet sind in der Sächsischen Schweiz zu finden.
"Mannstreu", "Immenblatt", "Edelgamander" und "Deutscher Ziest" sind nahezu
ausschließlich auf die nach Süden geneigten Talhänge der Elbe beschränkt.
Orchideen sind botanische Schönheiten - einst waren 22
Orchideen-Arten in der Sächsischen Schweiz zu finden, heute sind es
nur noch sieben. Die heute häufigste Orchidee ist die
"Breitblättrige Sitter", die zu den Wald- Orchideen gehört. Einige
Feuchtwiesen-Orchideen, z.B. das "Breitblättrige Knabenkraut" kommen
vereinzelt in der Hinteren Sächsischen Schweiz vor.
Anzutreffen sind in der Sächsischen Schweiz auch der "Sonnenhut", der "Rote Fingerhut"
und das Buschwindröschen. Tausende und abertausende weiße Märzenbecher,
auch Frühlingsknotenblume genannt, leuchten jeden
Frühling auf den Wiesen im Polenztal. Wahrscheinlich ist hier
Deutschlands größtes zusammenhängendes Terrain wildwachsender
Märzenbecher. Auf den Felsplateaus der gesamten Sächsischen Schweiz sind Heidebüsche, Preiselbeeren
und Blaubeeren heimisch.
Typisch sind auch eine Vielzahl von Moosen und Flechten. Sie sind die wahren
Lebenskünstler unter den Pflanzen, denn sie begnügen sich mit den kargen
Felswänden und Schlüchten. So sind in der Sächsischen Schweiz bisher über
450 Moosarten und 360 Flechten-Arten nachgewiesen worden. Am markantesten
unter den Flechten dürfte die
"Gelbe Schwefelflechte" sein, die auffällig
gelb an kühlen schattigen Felswänden
leuchtet. Flechten reagieren sehr empfindlich auf ihre Umwelt und
ihre Vorkommen sind daher immer gute Indikatoren für saubere
Luftverhältnisse.

Fauna / Tierwelt
Bären und Wölfe sind in der Sächsischen Schweiz
seit Mitte des 18. Jhd. leider ausgerottet. Gerade der Wolf wäre
aber für die natürliche Regulation der Wildschäden im Wald wichtig
und wünschenswert; bereits unsere slawisches Vorfahren wußten: "Wo
der Wolf ist, wächst der Wald." Ob
Wildkatzen noch in der Sächsischen Schweiz leben, ist nicht ganz
klar, formal gilt auch sie als ausgestorben. Der Luchs
dagegen, der seit 1743 ausgestorben war, soll wieder heimisch werden, auch er hat eine wichtige ökologische
Funktion in Hinblick auf den Rehwildbestand. Einzelne Tiere wandern immer wieder von
Böhmen in die linkselbische Sächsische Schweiz und besiedeln die großen zusammenhängenden
Waldgebiete. Der Luchs ist äußerst scheu und meist verraten nur
Spuren seine Anwesenheit.
In großer Zahl leben Rehe und Wildschweine in der
Sächsischen Schweiz und breiten sich trotz Jagd aus. Auch über 200
Rothirsche sind hier zuhause und sterben wieder eines natürlichen
Todes. Um 1930 und
1980 wurden Mufflons ausgewildert
und haben sich erfolgreich wieder eingegliedert. Vereinzelt treten in der
Hinteren Sächsischen Schweiz, im Gebiet des Großen Zschands, wieder auch Alpen-Gemsen auf. Ebenso selten sind
Marderhund und Waschbär gesehen worden. Weniger selten dagegen
trifft man Fuchs, Dachs, Steinmarder, Hermelin und Mauswiesel.
Häufig begegnen uns rote oder schwarze Eichhörnchen und mit etwas Glück sieht man einen flinken Siebenschläfer.
Der Gartenschläfer ist das Maskottchen des Nationalparks Sächsische
Schweiz, jedoch ist seit 2008 kein einziger mehr gesehen worden, er
ist aus unerklärlichen Gründen aus ganz Sachsen und Böhmen
verschwunden.
Im Sommer flattern Fledermäuse durch die Nacht. Alle einheimischen
Fledermausarten sind Insektenfresser, mindestens 16 Arten sind
bekannt. Die meisten Fledermäuse haben sich mit den Menschen
arrangiert und schlafen tags in Dachböden oder hinter Fensterläden.
Ihr Winterquartier beziehen die Fledermäuse dagegen gern in den
vielen unterirdischen Höhlen oder in stillgelegten Stollen der Sächsischen Schweiz. Die "Kleine Hufeisennase" ist vom Aussterben bedroht und nur sehr
selten auszumachen. Das "Große Mausohr" und die "Wasserfledermaus"
sind dagegen häufig.
Erdkröte und Feuersalamander gehören ebenso zu den Bewohnern der
Sächsischen Schweiz wie Blindschleiche und Zauneidechse, die
besonders die sonnigen rechtselbischen Südhänge liebt. Auch
Ringelnattern und Kreuzottern kommen noch recht häufig vor.
Fischotter leben wieder an und in noch weitgehend naturnahen Bächen
wie Polenz und Kirnitzsch. Ebenfalls in Polenz und Kirnitzsch sowie
im Grünbach jagt die Wasserspitzmaus, das gefräßigste einheimische
Raubtier. Sie bekommt man man allerdings nur äußerst selten zu
Gesicht, weil sie vorwiegend in den verkrauteten Uferbereichen lebt.
Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt der Elbe
haben sich weiter erholt und
nun tauchen ausgestorbene Wasserbewohner wieder auf: Mit
menschlicher Unterstützung kehrt der Lachs in seine angestammten
Gebiete zurück.
Der Elbebiber beginnt, den Weg zurück in das Elbtal und die
angrenzenden Bachauen der Sächsischen Schweiz zu finden; an der Elbe
bei Stadt Wehlen wurde ein Nutria gesichtet. In den
Bächen tummeln sich Bachforellen und die Nachkommen aus
Zuchtgewässern entwischter Regenbogenforellen und an den sauberen Gewässern
zeigen sich im Sommer
zahlreiche Libellenarten, z. Bsp. blauflüglige Prachtlibellen. Auch
die Körbchenmuschel und kleine Süßwassergarnelen sind wieder in der
Elbe zuhause.

Über 250 Vogelarten, die als Standvogel, Winter- bzw. Sommergast
oder Durchzügler in der Sächsischen Schweiz leben, sind bisher
gezählt worden. Auf dem Wasser sind häufig Stockenten zu beobachten;
im Sommer ziehen auch Schwarzstörche wieder in die Sächsische
Schweiz. Wintergäste sind Mandarinenten, Höckerschwäne oder Sturmmöven.
Graugänse und Graureiher bleiben inzwischen ganzjährig. Auch der
Kormoran ("Vogel des Jahres 2010") hat sich wieder dauerhaft an
der Elbe niedergelassen, nicht zuletzt wegen des wieder ansteigenden
Fischbestandes. An den rechtselbischen Bächen trifft man Gebirgsstelzen. Immer öfter tauchen
hier auch Eisvogel ("Vogel des Jahres 2009") und
Wasseramsel auf bzw. unter, die ein sicherer Indikator für saubere Gewässer
sind. Auch die geselligen Dohlen ("Vogel des Jahres 2012") sind
wieder stabil in den Steinbrüchen des Elbtales zuhause. Heimische Greifvögel sind Habicht, Sperber,
Mäusebussard, Turmfalken und auch wieder Wanderfalken, die u.a. am
Lilienstein brüten. Die Wanderfalken waren vor 30 Jahren
ausgestorben in der Sächsischen Schweiz, im Jahr 2010 konnten wieder
18 Brutpaare gezählt werden - ein großer Verdienst des Naturschutzes
im Nationalpark. Uhu, Waldkauz und Sperlingskauz brüten wieder in der Sächsischen Schweiz,
die Uhus sind allerdings durch die schnell fahrenden Züge im Elbtal schon
wieder in Gefahr.
Im Wald hört man den Kuckuck, verschiedene Spechtarten sowie
Eichelhäher und Tannenhäher. Feldlerche, Buchfink, Bachstelze, Zaunkönig, Rotkehlchen,
Gartenrotschwanz ("Vogel des Jahres 2011"), Singdrossel, Kleiber, Kohl- und Blaumeisen zählen zu den häufigsten
Singvögeln in der Sächsischen Schweiz. Zwergschnäpper, Waldlaubsänger und
Gartengrasmücke sind dagegen sehr selten. Im Sommer kann man mit
viel Glück auch einen leuchtendgelben Pirol beobachten. Das Birkhuhn
ist leider und wohl unwiederbringlich ausgestorben, das
Auerhuhn gilt seit 1975 als ausgestorben, 1983 wurde ein
allerletztes Exemplar gesehen. Ursache für das Aussterben der
Auerhühner war die intensive forstwirtschaftliche Nutzung und die
klettersportliche Erschließung der Nachkriegszeit. Es
gibt aber Versuche, Rebhühner wieder anzusiedeln.
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