Geschichte der Sächsische Schweiz - Frühgeschichte bis 1499

Frühgeschichte - 1199

Zeit von 1200 - 1299

Zeit von 1300 - 1399

Zeit von 1400 - 1499


ca. 8000 v. Chr.
   - 4500 v. Chr.
Mittlere Steinzeit
Entlang des Elbstromes im heutigen Bereich Dresden - Pirna - Sächsische Schweiz sind die hochwasserfreien Uferbereiche ein ideales Siedlungsgebiet. Unzählige archäologische Fundstücke von Hausrat, Werkzeugen und Jagdgeräten belegen dies. Teilweise mächtige Brandschuttfunde von Feuerstellen, welche längere Zeit am gleichen Ort betrieben wurden, weisen auf die Sesshaftigkeit der Menschen hin. Darin gefundene große Mengen von Tierknochen zeugen vom jagdlichen Geschick der Steinzeitmenschen.
ca. 1800 v. Chr. Bronzezeit
Auf dem Elbstrom im heutigen Bereich Dresden - Pirna - Sächsische Schweiz wird eine "Kleine Schifffahrt" zum Zwecke der Fischerei und zur Flußquerung betrieben. Zahlreiche archäologische Funde von "Einbäumen" im Flussbett sowie in ufernahen Kiesbänken belegen dies.
ca. 1400 v. Chr.
     - 700 v. Chr.
Bronzezeit
Spuren von Siedlungen sind durch unzählige archäologische Funde belegt, z.B. im Hochuferbereich bei Pirna und elbaufwärts bis Obervogelgesang; Mündungsbereich der Biela in Königstein; Mündungsbereich des Lachsbaches bei Rathmannsdorf; Ufer- und Hangbereiche bei Bad Schandau und elbaufwärts bis Schöna; auf der Ebenheit am Fuße des Liliensteines sowie auf dessen Plateau; im Bereich des Basteiplateaus; auf dem Plateau des Pfaffensteines und der heute noch gut erhaltene Ringwall als Schutz des natürlichen Westzuganges zum Pfaffensteinplateau.
ca. 500 - ca. 600 Zeit der Völkerwanderung in Europa
Slawische Völker, Sorben bzw. auch Wenden genannt, siedeln in der Dresdener und Pirnaer Elbtalweitung und stromaufwärts ab Pirna entlang der Elbe sowie deren Nebenflüsse. Es wurde "Kleine Schifffahrt" zum Zwecke der Fischerei und zur Flußquerung betrieben. Archäologische Funde belegen, daß schlanke, aus Planken gezimmerte Schaluppen verwendet wurden. Diese wurden mittels Staken im Fluß bewegt. Im Pirnaer Gebiet wird auf den fruchtbaren Lößböden erfolgreich Ackerbau betrieben, zahlreiche Funde von handbetriebenen Mahlsteinen (Quetsch-Reib-Prinzip) weisen auf ertragreichen Getreideanbau hin.
929 Im Zuge der deutschen Ostkolonisation unterwirft König Heinrich I. im heutigen Meißener Gebiet den ansässigen slawischen Stamm der Daleminzier. Auf dem linkselbigen hochaufragenden mächtigen Syenit-Massiv läßt der König umgehend die wichtige Grenzburg Meißen, eine sogenannte "Markgrafschaft" (entspricht "Grenzland - Herrschaft" im damaligen Sprachgebrauch) errichten. Die anfänglich noch einfache hölzerne Burganlage wird wegen ihrer sehr großen strategischen Bedeutung zügig zur steinernen Burganlage ausgebaut und ständig erweitert. Am Fuße des Burgberges entsteht zeitgleich eine Unterburg zur Sicherung der wichtigen Elbe-Furt und der hier von Alters her kreuzenden Fernhandelswege. Die zugehörige kleine Marktsiedlung gewinnt durch den wachsenden Handel auf der Elbe und zu Lande schnell an wirtschaftlicher Bedeutung und Größe. Das Stadtrecht für Meißen wird aber erst um 1332 beurkundet.
968 Gründung des Bistumes Meißen durch König Otto I.. Als geballtes Machtzentrum bischöflich-geistlicher und markgräflich-weltlicher Herrschaft in enger Verbindung mit militärischer Schlagkraft der Ordensritter-Heere treiben die Meißner Bischöfe zielstrebig die deutsche Ostkolonisation der rechtselbigen Gebiete voran. Sie erobern und christianisieren die dünnbesiedelten slawischen Gebiete der Sorben östlich der Elbe und in der Lausitz. Die Besitznahme neuer eroberter Ländereien, sogenannter "Marken", erfolgt auf politisch-wirtschaftlicher Basis des "Lehnswesens", einem wichtigen Grundelement der feudalen Gesellschaftsordnung im Mittelalter.
Zu dieser Zeit lag das Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz im Schnittpunkt von drei bedeutenden slawischen Siedlungsräumen:
Das Gebiet Nisane (altsorbisch = Niederes Land) erstreckte sich vom Dresdener Raum auf der linken Elbseite bis in die Pirnaer Region.
Das Gebiet Milzane im Bereich der heutigen Oberlausitz mit südlicher Grenze bei Stolpen. Das Gebiet Dĕčíne grenzt östlich an das Gebiet Milzane und erstreckt sich linkselbig bis in die Gebiete um Struppen - Langhennersdorf - Gottleuba. Im Pirnaer Raum dann wieder angrenzend an das Gebiet Nisane.
983 Elbzoll-Erhebung in Meißen wird erwähnt und zeugt vom regen Warentransport auf der Elbe.
993 Elbzoll-Erhebung für Pirna erwähnt. Durch Elbhandel, Flußwirtschaft (Schiffszieherei, Schiffbau, Fährdienste, Flößerei, Fischerei) und eine Furt für kreuzende Fernhandelswege expandiert der Handels- und Gewerbeplatz am linken Elbufer. Bis um 1200 wird Pirna zielstrebig ausgebaut und ständig erweitert. Auf dem Felsplateau des heutigen Sonnensteines existiert eine (vermutlich einfache hölzerne) Böhmische Burganlage zum Schutz des wichtigen Zoll- und Handelsplatzes an der Elbe. Die Namensgebung von Pirna läßt sich vermutlich vom altsorbischen Begriff "na perném = auf dem harten Stein" in Bezug auf die Burganlage ableiten.
993 Elbzoll-Erhebung in Leitmeritz (heute Litomĕřice) im Böhmischen Mittelgebirge erwähnt.
1040 Die Burg Dohna zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen wird erstmals erwähnt. Die strategisch wichtige Burg beherrscht den Eingang in das Müglitztal. Die besondere Bedeutung der Burg begründet sich auf der Kontrolle und dem Geleitschutz der Warentransporte auf wichtigen Fernhandelswegen, welche das Müglitztal passieren. Die Burg wird 1402 im Zuge der "Dohnaischen Fehde" zerstört.
1057 Dĕčín (Böhm. Schweiz) erwähnt als wichtiger Handels- und Gewerbeplatz an der Elbe mit einer Furt für kreuzende Handelswege. Eine "feste" Schutzburg wird erst 1128  erwähnt.
1089 Das deutsche Fürstengeschlecht der Wettiner wird mit der Markgrafschaft Meißen belehnt.
ca. 1100 Von der Markgrafschaft Meißen aus werden systematisch unter Führung geistlicher Ordensritter Bauern und Handwerker aus den heutigen Regionen Schwaben, Bayern, Franken, Thüringen, Hessen und Niedersachsen in dem Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz angesiedelt. Die vom adligen Lehnsherren eingesetzten Vorsteher bzw. Verwalter der neugegründeten Ansiedlungen, sogenannte Lokatoren, wurden oft bei der Namensgebung des Ortes verewigt (z.B. Walter = Waltersdorf; Cuno = Cunnersdorf; Otto = Ottendorf; Hermann = Hermsdorf; Reinhardt = Reinhardtsdorf;...).
Die Lokatoren wurden vom adligen Grundherren mit umfassenden Rechten und Vollmachten ausgestattet. Der Lokator nahm die Aufteilung des neuerschlossenen Siedlungslandes in sogenannte "Hufe" (zur Straße hin liegende Hofstelle mit einem dahinterliegenden zusammenhängenden Flurstreifen) vor. Dem Lokator stand die größte Hufe in der neuen Dorfflur als erbliches Lehen zu und er war von den üblichen Fron- und Zinsdiensten weitestgehend befreit. Er wurde mit dem Amt der "Niederen Gerichtsbarkeit" in der Dorfgemeinschaft als "Erblehenrichter" und mit dem "Schankrecht" ausgestattet.
Vielerorts in der heutigen Sächsischen Schweiz zeugen Bezeichnungen wie "Erbgericht" oder "Erblehngericht" von der örtlichen "Niederen Gerichtsbarkeit", welche bis 1838 ausgeübt wurde. Mit Einführung der "Landgemeindeordnung im Königreich Sachsen" erlosch das Amt des "Erblehenrichters". Das an die Immobilie gekoppelte Schankrecht erfreut uns vielerorts auch heute noch.
ca. 1100 Auf dem Basaltberg Stolpen befindet sich eine (vermutlich einfache hölzerne) kleine Grenzburg der Markgrafschaft Meißen zu den slawisch besiedelten Gebieten östlich der Elbe und in der Lausitz. Die strategisch günstige Lage wird vom Meißner Bistum zielstrebig zur konsequenten Fortsetzung der Ostkolonisation genutzt. Der Name Stolpens ist vermutlich vom altslawischen Begriff "Stolpno = Säulen, Pfosten" in Bezug auf die Basaltsäulen des Burgberges abgeleitet.
ca. 1200 Auf dem Hohenstein befindet sich eine (vermutlich einfache hölzerne) kleine Böhmische Grenzburg zum Schutz des Böhmischen Herrschaftsbereiches gegen die Markgrafschaft Meißen.
ca. 1200 Auf dem heutigen Lilienstein ( damals "Ylgenstayn" genannt, vermutlich abgeleitet von "Stein des St. Gilgen = St. Ilgen = Heiliger Aegidius") und auf dem Königstein (damals "Stayn" genannt) existieren (vermutlich einfache hölzerne) kleine Böhmische Grenzburgen zum Schutz des Böhmischen Herrschaftsbereiches gegen die Markgrafschaft Meißen. Die beiden Befestigungen dienen auch dem Geleitschutz des Warentransportes auf der Elbe.
1206 Dresden wird als "Dresdene" erwähnt. Die Siedlung am linken Elbufer ist Handels- und Gewerbeplatz mit Elbhandel, Flußwirtschaft (Schiffszieherei, Schiffbau, Fährdienste, Flößerei, Fischerei) und ist Station (Ausschank und Beherbergung, Geleit- und Gespanndienste) und Umschlagplatz der kreuzenden Fernhandelswege. Es existiert eine "sichere" Elbe-Furt. Der Name Dresdens ist vermutlich vom altsorbischen Begriff "Drežďany = Sumpf- bzw. Auwaldbewohner" abgeleitet in Bezug auf die "feuchte" Lage der Siedlung. Als andere Namensdeutung denkbar ist auch der altslawische Begriff "Drazdonedz = Steuer- bzw. Zoll-Erhebungsort" in Bezug auf die hier von Alters her passierenden Fernhandelswege.
1216 Dresden wird erwähnt als bedeutender expandierender Handels- und Gewerbeplatz am linken Elbufer mit wichtigen städtischen Privilegien, so z.B. das Stapelrecht. Das Zünfte- und Innungswesen erstarkt. Ein "Bauboom" beginnt. Im Bereich der heutigen "Augustusbrücke" existiert eine hölzerne Brücke über die Elbe, es wird Brückenzoll erhoben. Das rechtselbige Dresden, die heutige "Innere Neustadt", wird aber erst 1350  als selbständige Ansiedlung "Antiqua Dressdin" genannt.
1222 Stolpen wird erwähnt als eine "feste" Burg des Meißner Bistumes zum Schutze und Kontrolle wichtiger Fernhandelswege, z. B. die "Alte Salzstraße" und die "Alte Böhmische Glasstraße", welche sich am Fuße der strategisch bedeutenden Burg Stolpen kreuzen. Die Meißner Bischöfe treiben auf dem Stolpener Basaltberg zielstrebig den Ausbau der Burg zum Residenz- und Verwaltungszentrum voran. Die lokalen Steinbrüche liefern Basalt als hervorragendes Baumaterial für die "Ewigkeit". Ab 1320 ist die Burg Verwaltungsmittelpunkt des neu gebildeten Amtes Stolpen.
1223 Die "Hohe Straße", auch "Alter Steig" genannt, ein wichtiger Fernhandelsweg von der Elbe bei Schandau ansteigend nach Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain, Sebnitz wird erwähnt. Sebnitz heißt noch "Sebniza" und ist Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft im Kreuzungsbereich wichtiger Fernhandelswege (die "Alte Salzstraße", die "Alten Böhmische Glasstraße" und die "Hohe Straße") mit Wegezoll, Geleit- und Gespanndiensten sowie Beherbergung. Erst 1451 wird Sebnitz (mit Stapel-, Markt- und Braurechten) als Stadt bezeichnet. Der Ortsname ist vermutlich von den altsorbischen Begriffen "seba bzw. zyba = Fink" und "nica = Platz, Ort" im Sinne von "Finkenwaldbach" abgeleitet.
1228 Erste Festschreibung eines Grenzverlaufes im Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz zwischen den Herrschaftsbereichen des Böhmischen Königs und der Markgrafschaft Meißen. Es war verbindlich festzulegen, welcher adlige Grundherr die Einkünfte aus den neu kolonisierten Dörfern zu beanspruchen hatte.
1233 Pirna wird von der Markgrafschaft Meißen erwähnt als wichtiger Handels- und Gewerbeplatz an der Elbe, ausgestattet mit städtischen Privilegien, z.B. dem Stapelrecht. Ständig wachsende Warentransporte passieren Pirna per Schiff auf der Elbe und Fernhandelswege zu Lande kreuzen hier die Elbe auf einer "sicheren" Furt. Im Zusammenhang mit dem wachsenden Warentransport auf der Elbe wird der wichtige Berufsstand der Schiffszieher, der sogenannten "Bomätscher" genannt. Der Begriff ist vermutlich vom altsorbischen Begriff "pomhac = helfen" oder vom tschechischen "pomáhač = Gehilfe, Unterstützer" abgeleitet.
1241 Auf dem Königstein, damals "in lapide regis = Stein des Königs" genannt, wird die sehr wichtige "Oberlausitzer Grenzurkunde" zwischen dem Böhmischen König Wenzel I. und der Markgrafschaft Meißen unterzeichnet. Der Grenzverlauf zwischen den beiden Herrschaftsbereichen war "allerhöchst" verbindlich zu regeln und festzuschreiben.
Die ständig wachsende Bedeutung dieser kleinen Böhmischen Grenzburg auf dem Plateau des Königsteins zeigt sich im zielstrebigen Ausbau der Burganlage. Ab 1289 wird von einem "castrum", also einer "Steinburg" berichtet.
1245 Wehlen wird als "Wylin" erwähnt als Siedlung am rechten Elbufer unter Böhmischer Lehensherrschaft mit Handels- und Gewerbeplatz im Zusammenhang mit Elbhandel, Flußwirtschaft (Schiffszieherei, Schiffbau, Fährdienste, Fischerei), Steinbrecherei, Holzwirtschaft und Flößerei. Eine Burg "castrum Wylin" wird 1269 genannt als Grenz- und Geleitsburg. Letzteres ist für den Schutz des wachsenden Warentransport auf der Elbe von großer Bedeutung. Der Name Wehlens ist vermutlich vom altslawischen Begriff "wjeliny = am großen Wald" abgeleitet. Erst 1543 ist die endgültige Zugehörigkeit Wehlens zur Markgrafschaft Meißen.
1261 Die Burg Altrathen, die kleine Böhmische Grenz- und Geleitsburg auf einem steilen Felsriff unmittelbar am Elbestrom gelegen über der Mündung des heutigen Grünbaches wird erwähnt. Die ursprünglich einfache hölzerne Burganlage wurde wegen ihrer strategisch günstigen Lage und der wachsenden Bedeutung für den Elbhandel (Zollerhebung und Geleitschutz für die Warentransporte auf der Elbe) zielstrebig ausgebaut. Ab 1289 wird von einem "castrum Ratin", also einer "Steinburg" berichtet. Als zugehörige Ländereien im Lehen der Rathener Herrschaft wird "Ratinwalt", das heutige Rathewalde, Waltersdorf sowie linkselbig  "Wissag", das heutige Weißig  genannt. Der Name Rathens ist vermutlich vom altsorbischen Begriff "Ratin oder Ratimer = berühmter tapferer Krieger" in Bezug auf den Burggründer abgeleitet.
1292 Das rechtselbige Lohmen wird genannt als Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft. Es wird sehr umfangreich und mit hohem handwerklichen Geschick  Sandstein gebrochen. Die Steinbrecherei wird vermutlich bereits seit ca. 600 von den dort ansässigen Slawen betrieben. Der Name Lohmens ist vermutlich auf den altslawischen Begriff "lomu = Steinbruch" zurückzuführen. Auch der Name der Örtlichkeit Brausnitz in der Lohmener Wesenitzklamm ist vermutlich vom altslawischen Begriff "brusnica = Steinplatz" abgeleitet. In der Klamm sind auch heute noch sehr gut die Spuren der von Alters her im Elbsandstein betriebenen typischen Abbauweisen zu sehen: die "Wandfällung" und der "Stockwerkbruch". Die historischen Steinbruchreviere um Lohmen herum liefern den sog. "Herrenleite Sandstein" und "Postaer Sandstein" (mittelkörniger Quarzsandstein mit fester kieseliger Bindung in großbankiger Schichtung aus dem Oberturon bis zum Unterconiac), die als wertvolles Bau- und Bildhauermaterial und als Material für die Herstellung von Mühlsteinen berühmt sind. Erst 1543 geht Lohmen und die umliegenden Ländereien endgültig an das Kurfürstentum Sachsen über.
1293 Pirna und die zugehörige Burg auf dem Sonnenstein werden von der Markgrafschaft Meißen an den Böhmischen König Wenzel II. verkauft. Bis 1405 bleibt Pirna und die Burg auf dem Sonnenstein im Besitz des Böhmischen Königreiches.
1311 Das linkselbige Cottaer Steinbruchgebiet Lohmgrund zwischen dem heutigen Rottwerndorf und Cotta wird erwähnt. Der Name des Lohmgrundes weist auch hier auf den altslawischen Begriff "lomu = Steinbruch" hin. Der sogenannte "Cottaer Bildhauersandstein" wird wegen seiner hervorragenden Eigenschaften (sehr feinkörnig mit tonigen Schluffschlieren und feinsten Graphitkörnchen marmoriert, auch als  "Labiatussandstein" bezeichnet, in großbankiger Schichtung aus dem Unterturon) als wertvolles Bau- und Bildhauermaterial sehr berühmt.
1311 Porschendorf, nördlich von Lohmen, wird als kleine Siedlung erwähnt. Die Siedlung hat sich schnell entwickelt, denn 1378 wird Porschendorf als großes ertragreiches Waldhufendorf im Lehen der Wehlener Herrschaft genannt.
1325 Pirna erhält wichtige städtische Privilegien, z.B. das Stapelrecht, das Recht zur Elbzoll-Erhebung, das Innungsrecht und das Braurecht durch königliche Urkunde, die sog. "Pirnaer Zollrolle", erneuert und bekräftigt. Das städtische Zünfte- und Innungswesen ist hoch entwickelt und steht in wirtschaftlicher Blüte. Ständig wachsende Warentransporte passieren Pirna per Schiff und Floß auf der Elbe und zu Lande auf den die Elbe kreuzenden Fernhandelswegen. Es existiert eine städtische Fähre.
1333 Neustadt an der "Alten Salzstraße" wird erwähnt im Zusammenhang mit wichtigen städtischen Privilegien, z.B.: Marktrecht, Beherbergung und Braurecht, Wegezoll, Geleit- und Gespanndiensten.
1340 Tisá (Tyssa) wird als Siedlung mit "Marktflecken" erwähnt. Der Ortsname ist vermutlich vom altslawischen Begriff "tis = Eibe" abgeleitet, was auf mächtige Waldgebiete zur Zeit der Siedlungsgründung hindeutet.
ca. 1350 Im oberen Gottleubatal bei Oelsen werden benannt die "Clemenzmühle" als Mahlmühle und die "Paustmühle" als Schneidmühle. Im Tal des Flüßchen Kirnitzsch, beim einmündenden Tal des Großen Zschandes, wird die "Neumannmühle" als Schneidmühle genannt.
1353 Die Burg Hohenstein wird erwähnt als eine "feste" steinerne Böhmische Grenzburg zum Schutz des Böhmischen Herrschaftsbereiches gegen die Markgrafschaft Meißen. Die ursprünglich einfache hölzerne Burganlage war wegen ihrer strategisch günstigen Position auf dem steilen Felsriff über dem tiefen Polenztal zielstrebig ausgebaut und erweitert worden. Die besondere Bedeutung der Burg begründet sich auf der Kontrolle und den Geleitschutz des Warentransportes auf der sehr wichtigen "Alten Böhmischen Glasstraße", welche durch die Siedlung unterhalb der Burg führte. Die Burg Hohenstein und die zugehörige Ländereien gehen 1443 aus Böhmischer Lehensherrschaft an die Markgrafschaft Meißen über. Stadtrechte hat Hohenstein ab 1444: dem "stetichen zcum Hohnsteyne" mit "frye Stadtrecht" ist es erlaubt "frey Brauhen, Schencken, Backen, Schlachten, Kauffen und Verkauffen".
1356 Rosenthal wird erwähnt als große Siedlung mit Marktrechten unter Böhmischer Lehensherrschaft. Am Handels- und Gewerbeplatz an der südlichen Variante der "Alten Tetschener Straße", einem wichtigen Fernhandelsweg, sowie an der "Alten Eisenstraße" betreiben die ansässigen Handwerker manufakturmäßig im großen Stile die "Hohe Kunst" der Eisengewinnung und -weiterverarbeitung. Es wird die damals übliche metallurgische Technologie des "Röstens", also Reduktion gemahlenen Eisenerzes unter Verwendung von Holzkohle in speziellen Öfen praktiziert. Der Ortsname ist daher vermutlich vom altdeutschen Begriff "rosen = rösten" abgeleitet. Die gießerei- und schmiedetechnische Weiterverarbeitung des Roheisens erfolgt ebenfalls an diesem Ort.
Wichtige Standortvorteile des Ortes sind: Eisenerzlager am nahen Hohen Schneeberg, im Bahrataler Revier, im Berggießhübeler Revier; die gute "Verkehrsanbindung" an die "Alte Tetschener Landstraße" und an die "Alte Eisenstraße"; die Wasserkraft der Gebirgsbäche zum Antrieb der Erzmühlen, der Blasebälge und der Hammerwerke. Die "endlosen" Wälder zur Holzkohleerzeugung (die Gewinnung von 1 t Schmiedeeisen erforderte ca. 6 t trockene Holzkohle, gemeilert aus ca. 30 t Hartholz!!!).
1358 Oelsen wird als "Oelssnicz" erwähnt als Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft am "Kulmer Steig", einem sehr wichtigen Fernhandelsweg, welcher hier den Erzgebirgskamm nach Süden hin in Richtung Kulm (heute Chlumec) passiert. Durch Geleit- und Gespanndienste sowie durch Beherbergung wächst der "Marktflecken" schnell. Der Name Oelsen ist vermutlich aus den slawischen Begriffen "olesna = Erle" und "nica = Platz, Ort" abgeleitet, was auf mächtige Waldgebiete zur Zeit der Siedlungsgründung hindeutet.
1361 Die Felsenburg Neurathen wird gemeinsam mit der Schwesterburg Altrathen (schon 1261 genannt) erwähnt als "ambo castra Ratny = die beiden Burgen Rathen". Die wesentlich höher liegende Felsenburg Neurathen sichert die östlich tiefer liegende steinerne Burg Altrathen von Westen her gegen das Felsplateau der heutigen Bastei und gegen den Wehlgrund ab. Die hoch über der Elbe stehende sehr wehrhafte Felsenburg Neurathen wurde in beachtlich kühner Bauweise überwiegend aus Holz und Fachwerk auf und zwischen den Felsentürmen im Areal der heutigen Kletterfelsen "Steinschleuder - Neurathener Felsentor - Tiedgestein - Mönch - Biene - Verlorener Turm - Reh - Langer Israel" errichtet. Die tiefe Felsenschlucht "Mardertelle" (altdeutsch auch "Martertelle") zwischen der Bastei-Hochfläche und den Felsentürmen der Felsenburg Neurathen ist derzeit ein unüberwindbares natürliches Hindernis im Verteidigungssystem der beiden Rathener Burgen. Vorgelagerte Beobachtungsposten (sog. Burgwarten) der beiden Burgen Rathen sind linkselbig der heutige Kletterfelsen "Nonne" und rechtselbig der heutige Kletterfelsen "Wartturm". Zwischen dem westlich weit vorgelagerten "Wartturm" und dem heutigen "Tiedgestein" existiert ein "geheimer" Verbindungs- und Ausfallweg auf einem natürlichen Schichtfugen-Verwitterungsband, der heutigen "Rahm-Hanke".
Die beiden Burgen Rathen und die zugehörigen Ländereien gehen 1428 aus Böhmischer Lehensherrschaft an die Markgrafschaft Meißen über.
1363 Gottleuba wird genannt als Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft im Zusammenhang mit sehr ertragreichen Eisenerzabbau, Eisengewinnung und -weiterverarbeitung. Der expandierende Gewerbe- und Handelsplatz steht in wirtschaftlicher Blüte. Gottleuba zählt zum wirtschaftlich bedeutenden "Revier des Pirnischen Eisens". 1425 gehört Gottleuba dann zur Markgrafschaft Meißen.
1371 Papstdorf wird als "Bogansdorf" als ertragreiches Waldhufendorf unter Böhmischer Lehensherrschaft erwähnt.
1378 Daube, westlich von Lohmen, wird als kleine Siedlung erwähnt. Der Ortsname ist vermutlich vom altslawischen Begriff "dube = Eiche" abgeleitet, was auf mächtige Waldgebiete zur Zeit der Siedlungsgründung hindeutet.
1379 Kleingießhübel wird genannt als Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft mit Handels- und Gewerbeplatz im Zusammenhang mit sehr ertragreichen Eisenerzabbau, Eisengewinnung und -weiterverarbeitung. Standortvorteile des Ortes ist auch die Anbindung an die nördliche Variante der "Alten Tetschener Landstraße". 1406 gehört Kleingießhübel dann zur Markgrafschaft Meißen.
1379 Die Felsenburg Winterstein (Hinteres Raubschloß) wird erwähnt als Böhmische Grenzburg und als Geleitsburg für die nahe "Zschandstraße". Dieser sehr bedeutende Fernhandelsweg führte von der Elbe bei Herrnskretschen (heute Hřensko) ansteigend nach Rainwiese (heute Mezni Louka) über Ziegenrücken, Großer Zschand, Kirnitzschtal, Ottendorf nach Sebnitz, dort auf die "Hohe Straße" treffend weiterführend Richtung Zittau in die Lausitz.
1379 Krippen wird genannt als Siedlung am linken Elbufer unter Böhmischer Lehensherrschaft mit Gewerbe- und Handelsplatz im Zusammenhang mit Elbhandel, Flußwirtschaft (bedeutender Schiffbau, Schiffszieherei, Fährdienste, Fischerei), Steinbrecherei, Holzwirtschaft und Flößerei. Krippen gerhört erst 1406 zur Markgrafschaft Meißen.
1379 Der Ort Königstein wird als "Kunigsteyn" genannt als große Siedlung am linken Elbufer unter Böhmischer Lehensherrschaft mit expandierendem Handels- und Gewerbeplatz an der Mündung der Biela im Zusammenhang mit Elbhandel, Flußwirtschaft (Schiffszieherei, Schiffbau, Fährdienste, Fischerei), massiver Holzwirtschaft im Bielatalgebiet und enorme Flößerei auf Biela und Elbe. Königstein hat wichtige städtische Privilegien, so z.B. das Stapelrecht und das Braurecht. Das Areal des Ortsteiles "Hütten" zählt mit ertragreicher Eisengewinnung und -weiterverarbeitung zum wirtschaftlich bedeutenden "Revier des Pirnischen Eisens". Der wichtige Fernhandelsweg "Alte Tetschener Straße" beginnt in Königstein an der Elbe.
1379 Leupoldishain wird als "Leuchtholdshayn" und Nikolsdorf wird als "Niklasdorff" als ertragreiche Waldhufendörfer im Lehen der Königsteiner Herrschaft genannt.
1388 Die mächtigen, heute berühmten "Weißen Brüche", rechtselbig zwischen Rathen und Wehlen liegend, werden genannt. Durch den ungebremsten "Bauboom" in Pirna, Dresden, Meißen und vielen anderen wachsenden Städten elbabwärts bestand ein enormer Bedarf an dem wertvollen Bau- und Bildhauermaterial, welches sich besonders durch seine feinkörnige gleichmäßige Struktur (mittel- bis großbankiger Quarzsandstein aus dem Mittelturon) auszeichnet. Im großen exzessiven Stil wird der Sandstein in der von Alters her typischen Abbauweise der "Wandfällung" gewonnen und "verkehrsgünstig" direkt über die unterhalb der Brüche liegende Elbe verschifft. Bis zur Einstellung des Steinbruchbetriebes im Jahr 1910 wird die massive Sandsteingewinnung in den "Weißen Brüche" anhalten.
1388 Berggießhübel wird als "Gißhobel" genannt als Siedlung unter Böhmischer Lehensherrschaft im Zusammenhang mit ertragreichen Eisenerzabbau, Eisengewinnung und -weiterverarbeitung. Der expandierende Gewerbe- und Handelsplatz steht in wirtschaftlicher Blüte. Berggießhübel zählt zum wirtschaftlich bedeutenden "Revier des Pirnischen Eisens". Wichtige Standortvorteile des Ortes sind auch die "endlosen" Wälder zur Holzkohleerzeugung; Wasserkraft der Gebirgsbäche zum Antrieb der Erzmühlen, der Blasebälge und der Hammerwerke. Erst 1450 gehört Berggießhübel endgültig zur Markgrafschaft Meißen.
1403 Die "Meixmühle", auch "Wendisch Mühle", im heutigen Friedrichsgrund nordwestlich vom Borsberg wird als Mahlmühle genannt. Ab 1820 ist die Mühle auch eine beliebte Ausflugsgaststätte.
1404 Große Teile der linkselbigen Gebiete im Elbsandstein fallen im Zuge der "Dohnaischen Fehde" an die Markgrafschaft Meißen. Bis 1451 gelangen auch die rechtselbigen Böhmischen Lehensherrschaften Hohenstein und Wildenstein an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen.
1405 Die Stadt Pirna und die zugehörige Burg auf dem Sonnenstein gehen im Zuge der "Dohnaischen Fehde" an die Markgrafschaft Meißen über.
1406 Die kleine Böhmische Grenzburg auf dem Lilienstein fällt im Zuge der "Dohnaischen Fehde" an die Markgrafschaft Meißen. Um ca. 1550 wird die Burg aufgegeben und sie verfällt.
1408 Die Burg auf dem Königstein fällt im Zuge der "Dohnaischen Fehde" an die Markgrafschaft Meißen, ebenso die Stadt Königstein am Elbufer und die zugehörigen Ländereien. Die Burganlage wird in den Folgejahren zielstrebig massiv ausgebaut. So z.Bsp. 1428 die heutige Magdalenenburg und 1443 das heutige Kommandantenhaus. Die endgültige vertragliche Besiegelung des Überganges des Königsteins an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen erfolgt jedoch erst 1459 mit dem "Vertrag von Eger".
1410 Durch Erbteilung des Böhmischen Adelsgeschlechtes der Berka von der Duba entsteht die Böhmische Lehensherrschaft Wildenstein. Genannt wird die sehr gut ausgebaute und sehr wehrhafte Felsenburg Neuer Wildenstein (auf dem heutigen Kuhstallfelsen) als Hauptburg und die benachbarten zugehörigen kleinen Burgwarten (in einfacher hölzerner Bauweise) als Vorposten auf dem heutigen Alten Wildenstein, auf dem heutigen Hausberg, auf dem heutigen Großen Lorenzstein, auf dem heutigen Arnstein, auf dem heutigen Heulenberg, auf dem heutigen Raumberg, auf dem heutigen Winterstein (Hinteres Raubschloß) und dem heutigen Frienstein (Vorderes Raubschloß). Ebenfalls zur Wildensteiner Herrschaft zugehörige kleine Burgwarten (in einfacher hölzerner Bauweise) zur Beobachtung und Sicherung der Elbe sind genannt auf dem heutigen Falkenstein, auf dem heutigen Vorderen Torstein und auf dem heutigen Rauschenstein. Die Wildensteiner Herrschaft geht 1451 endgültig an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen über.
1410 Bedeutende Standorte von Hammerwerken sind im Tal des Baches Biela (vom slawischen "bely = weiß" im Sinne von "Weißbach" abgeleitet) und deren Nebenbäche bekannt. Entlang der Biela vom Quellgebiet westlich des Hohen Schneeberges (Vysoký Snĕžnik) bis zum Mündungsgebiet in Königstein befinden sich etliche Hammerwerke:
Eiland (heute Ostrov) - Ottomühle - Oberhütten - Schweizermühle - Rosenthal - Brausenstein - Neidberg - Bielatal - Hermsdorf - Reichstein - Hütten (Vorort von Königstein).
Der damals gebräuchliche Begriff Hammerwerk oder auch Hammerhütte ist eine Umschreibung für komplexe Eisenmetallurgische Manufakturen im Zusammenspiel von Erzgewinnung und
-aufbereitung, Verhüttung des Eisenerzes in "Hohen Öfen" unter Verheizung gewaltiger Mengen Holzkohle zu Roheisen und anschließend gießereitechnische Weiterverarbeitung des Roheisens oder Veredlung des Roheisens durch "Frischen" zu schmiedbarem Eisen und dessen schmiedetechnische Weiterverarbeitung. Standortvorteile des Bielataler Reviers sind: Eisenerzlager am nahen Hohen Schneeberg, im Bahrataler Revier und im Berggießhübeler Revier; die gute "Verkehrsanbindung" an die südliche  Variante der "Alten Tetschener Landstraße" und an die "Alte Eisenstraße"; die "endlosen" Wälder zur Holzkohleerzeugung (die Gewinnung von 1 t Schmiedeeisen erforderte ca. 6 t trockene Holzkohle, gemeilert aus ca. 30 t Hartholz!!!); die Wasserkraft der Gebirgsbäche zum Antrieb der Erzmühlen, der Blasebälge und der Hammerwerke. Eisen ist ein sehr wertvolles und wichtiges Wirtschaftsgut dieser Zeit von höchstem Merkantilismus. Die hohe wirtschaftliche Blüte des Bielatalgebietes als sehr bedeutender Standort im "Revier des Pirnischen Eisens" wird bis zum 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) andauern.
1420 Naundorf wird als "Nuwendorff" als ertragreiches Waldhufendorf erwähnt.
1420 - 1433 Im Zuge der "Hussiten-Kriege" erstrecken sich Kampfhandlungen in Verbindung mit Raubzügen und Brandschatzung bis weit in die Ländereien der Markgrafschaft Meißen.
1423 Das deutsche Fürstengeschlecht der Wettiner, seit 1089 in der Markgrafschaft Meißen herrschend, wird mit der Kurwürde des im Mittel-Elbe-Bereich liegenden Herzogtums Sachsen-Wittenberg belehnt.
Die im Ober-Elbe-Bereich liegende Markgrafschaft Meißen wurde damals umgangssprachlich "Obersachsen" genannt, während das an der Nieder-Elbe liegende "alte" Sachsen als "Nieder-Sachsen" bezeichnet wurde.
Durch die enorme Machtkonzentration der Wettiner im Mittel- und Ober-Elbe-Bereich setzte sich dementsprechend umgangssprachlich für diese Ländereien die neue vereinfachte Bezeichnung "Sachsen" durch. Die alte Bezeichnung "Obersachsen" oder auch "Kur-Sachsen" konnte sich sprachlich nicht durchsetzen. Die Wettiner sind nun als "Kurfürsten von Sachsen" eines der mächtigsten Fürstenhäuser Deutschlands. Das Gebiet der Markgrafschaft Meißen trägt nun den Namen "Kurfürstentum Sachsen".
1427 Der Ort Schandau wird als "zu Schande" (im Sinne von "Sandaue") genannt als Siedlung am rechten Elbufer unter Böhmischer Lehensherrschaft mit expandierendem Handels- und Gewerbeplatz im Mündungsgebiet der Kirnitzsch im Zusammenhang mit Elbhandel, Flußwirtschaft (Schiffszieherei, Schiffbau, Fährdienste, Fischerei), massiver Holzwirtschaft im Kirnitzschgebiet und enorme Flößerei auf Kirnitzsch und Elbe. Der wichtige Fernhandelsweg "Hohe Straße" beginnt in Schandau an der Elbe. Auf dem heutigen "Schandauer Schloßberg" ist 1430 eine Böhmische Burgwarte "Schomberg" zum Schutz des wichtigen Zoll- und Handelsplatzes an der Elbe. Ab 1445 sind wichtige städtische Privilegien, z.B. das Stapelrecht, das Innungsrecht und das Braurecht für Schandau bekannt. Schandau geht gemeinsam mit dem Kirnitzschtal-Gebiet (Wildensteiner Herrschaft)  erst 1451 an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen über.
1428 Die beiden Burgen Rathen (Burg Altrathen und Felsenburg Neurathen) sowie die zugehörigen Ländereien gehen aus Böhmischer Lehensherrschaft an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen über.
1429 Im Zuge der "Hussiten-Kriege" wird die Burg Stolpen zwei Monate erfolglos durch die Hussiten belagert. Die Ortschaft Stolpen und alle umliegenden Dörfer werden geplündert und niedergebrannt. Noch heute zeugt das Bodendenkmal "Hussitenschanze" (südwestlich von Stolpen am Ostrand von Helmsdorf) von den Kriegshandlungen dieser Zeit. Die auf der Stolpener Burg residierenden Meißner Bischöfe haben enormes politisches und wirtschaftliches Interesse am schnellen Wiederaufbau Stolpens und der umliegenden Ländereien. Ab 1462 hat Stolpen wichtige städtische Privilegien, z.B. das Innungsrecht, das Marktrecht und das Braurecht. Um 1470 wird eine Stadtmauer errichtet.
1431 Weißig als "Wissag" wird als Waldhufendorf erwähnt. Der Ortsname ist vermutlich vom slawischen Begriff "wysoki = hochliegend" im Sinne von "auf der Hochfläche" abgeleitet.
1432 Lohsdorf als "Ludwigsdorff", Ulbersdorf als "Olbersdorff" und Amtshainersdorf als "Heynnersdorff by der Sebenicz"  an der "Alten Böhmischen Glasstraße" zwischen Hohenstein und Sebnitz werden erwähnt im Zusammenhang mit Geleit- und Gespanndiensten sowie Beherbergung.
1435 Die Waldhufendörfer Rathewalde ("Ratinwalt") und Hohburkersdorf werden erwähnt.
1437 Erwähnung der zur Königsteiner Herrschaft gehörenden, auf der Hochfläche östlich und südöstlich von Königstein gelegenen Waldhufendörfer:
Gohrisch (vermutlich vom slawischen Begriff "gora = Berg" im Sinne von "Dorf am Berg" abgeleitet), Kleinhennersdorf, Papstdorf, Cunnersdorf und Pfaffendorf. Die Pfaffendorfer Bauern betreiben als "Zubrot" Vorspanndienste für die Fuhrwerke auf der nördlichen Variante des wichtigen Fernhandelsweges "Alte Tetschener Straße", welche von Königstein in steilen Serpentinen nach Pfaffendorf ansteigt.
1443 Die Herrschaft Hohnstein mit der Burg Hohnstein, dem Städtchen und den zugehörige Ländereien gehen aus Böhmischer Lehensherrschaft an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen über.
1445 Hinterhermsdorf, Saupsdorf und Ottendorf werden erwähnt im Zusammenhang mit der "Alten Böhmerstraße", einem wichtigen Fernhandelsweg in Richtung Nixdorf (heute Mikulášovice)
1445 Rathmannsdorf als "Rademstorff" und Wendischfähre im Mündungsgebiet des Lachsbaches werden genannt als rechtselbiger Vorort von Schandau mit einer wichtigen Elbfähre für die hier die Elbe kreuzenden Fernhandelswege, z.B. die "Hohe Straße".
1445 Waitzdorf und Goßdorf in der Hohensteiner Herrschaft werden genannt.
1445 Herrnskretschen (heute Hřensko) wird erwähnt als kleiner Böhmischer Grenzort mit Zollstätte und wichtigen Handelsplatz am rechten Elbufer im Mündungsbereich des Flüßchen Kamnitz (heute Kamenice) im Zusammenhang mit Elbhandel, Warenumschlag und -Lagerung, Schifferei, Schiffszieherei, massiver Holzwirtschaft im Kamnitzgebiet und enorme Flößerei auf Kamnitz und Elbe. Als Station (Ausschank und Beherbergung, Geleit- und Gespanndienste) und Umschlagplatz des wichtigen Fernhandelsweges "Zschandstraße" (oder auch "Alte Sebnitz-böhmische Land- und Geleitstraße") hat Herrnskretschen wirtschaftlich sehr große Bedeutung. Die "Zschandstraße" verläuft seit Alters her von der Elbe bei Herrnskretschen ansteigend nach Rainwiese (heute Mezni Louka) über Ziegenrücken, Großer Zschand, Kirnitzschtal, Ottendorf nach Sebnitz, dort auf die "Hohe Straße" treffend weiterführend in die Lausitz. Der Ortsname ist vermutlich vom slawischen Begriff "Kretscham = Herberge, Wirtschaft mit Niederer Gerichtsbarkeit als Ort des Dorfgerichts" abgeleitet.
1446 Postelwitz wird als rechtselbiger Vorort von Schandau mit sehr bedeutendem Schiffbauplatz und dazugehörig "eyne hochgeschickliche Eysenschmiede" genannt, welche für den Schiffbau Anker, Ketten, Beschläge und Verbindungsmittel anfertigt.  Zusammen mit dem benachbartem Schandau wird Elbhandel, Flußwirtschaft (Schifferei, Schiffszieherei, Fährdienste, Fischerei) und Flößerei betrieben.
1446 Schmilka wird als kleine Wald-Streusiedlung elbaufwärts von Postelwitz genannt im Zusammenhang mit "schwarzer" Holzwirtschaft: Holzköhlerei, Pechsiederei und Rußbrennerei. Die Holzkohle wird in gewaltigen Mengen in der Postelwitzer Schmiede verheizt. Das Pech wird fässerweise an den benachbarten Schiffbauplätzen in Postelwitz, Schandau und Krippen benötigt zum Abdichten der Schiffsplanken (Kalfatern) mittels in Pech getränkter Werg-Zöpfe.
Ein Rückstand der Pechsiederei, der sog. Pechkuchen, geht an das Gewerbe der Rußbrenner. Der bei der unvollständigen Verbrennung des Pechkuchens im Rauch enthaltene feine Ruß wird niedergeschlagen. Das stark expandierende Buchdruckergewerbe benötigt diesen Ruß zur Herstellung der Druckerschwärze. Spätestens ab 1456 durch die Revolutionierung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg besteht ein enormer Bedarf an Druckerschwärze. Die Rußbrennerei wird zum florierendem Gewerbe. Durch die Holzköhlerei, die Pechsiederei und die Rußbrennerei wird ruinöser Raubbau an den umliegenden Wäldern betrieben. Der Ortsname Schmilka ist vermutlich vom slawischen Begriff "smolák = Pechsieder" abgeleitet.
1451 Die Wildensteiner Herrschaft mit den zugehörigen Ländereien und die Stadt Schandau gehen aus Böhmischer Lehensherrschaft an die Markgrafschaft Meißen / Kurfürstentum Sachsen über.
1459 Durch den "Vertrag von Eger" wird verbindlich die Grenze zwischen dem Kurfürstentum Sachsen und dem Böhmischen Königreich festgelegt. Der Grenzverlauf im Elbsandsteingebiet ist im Wesentlichen identisch mit der heute bestehenden Grenzführung zwischen der BRD und der Tschechischen Republik. Ausnahme ist das Gebiet des Großen Winterberges, dieses geht erst 1492 an das Kurfürstentum Sachsen über.
1474 In Krippen sind "Brettmühlen" genannt: die "Vordermühle", die "Mittelmühle", die "Grundmühle" und die "Schinkemühle". Standortvorteile sind der Holzreichtum der umliegenden Wälder und die stabile Wasserführung des Krippenbaches. Die Schneidmühlen liefern enorme Mengen von Schiffsplanken und -Balken für den sehr bedeutenden traditionsreichen Schiffbauplatz an der Mündung des Krippenbaches.
1485 Dresden wird von der Albertinischen Linie der Wettiner zur Residenzstadt des Kurfürstentums Sachsen gewählt. Der daraufhin einsetzende "Bauboom" verschlingt enorme Mengen von Sandstein und Bauholz. Die Anlieferung des wertvollen Baumaterials aus dem nahen Elbsandsteingebirge erfolgt überwiegend per Schiff und Floß auf der Elbe.
1492 Das Gebiet des Großen Winterberges geht aus Böhmischer Lehensherrschaft an das Kurfürstentum Sachsen über.