Geschichte der Sächsische Schweiz - 1500 bis 1799



Zeit von 1500 - 1599

Zeit von 1600 - 1699

Zeit von 1700 - 1799





1517 Im "fernen" Wittenberg veröffentlicht Martin Luther seine berühmten 95 Thesen und schuf damit die Grundlagen der Reformation. Die Sächsischen Kurfürsten, v.a. der Ernestiner Friedrich III., auch "Friedrich der Weise" genannt, fördern die Reformation. Das neue Gedankengut der Reformation wandert schnell elbaufwärts. Im Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz ist die Bevölkerung schon seit ca. 1420 durch hussitische Einflüsse aus Böhmen stark geprägt und daher schnell aufnahmebereit für das Gedankengut der Reformation. Es werden althergebrachte kirchliche Strukturen aufgebrochen und neu organisiert. Es kommt zur grundlegenden Neuordnung kirchlicher und weltlicher Machtverhältnisse und deren Einflußbereiche. Die Durchsetzung der Lutherischen Reformation im Kurfürstentum Sachsen ist bis ca. 1539 vollzogen. Die Sächsischen Kurfürsten unterstützen aktiv die Trennung von Machtpolitik und Konfession. Dadurch wird im Sächsischen Kurfürstentum das friedliche Nebeneinander von Protestanten und Katholiken ermöglicht. Zum Seitenanfang
1524 - 1525 Im Zuge des "Bauernkrieges" finden auch im Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz lokale Unruhen und Aufstände statt. Unter dem massiven Einfluß des Gedankengutes der Reformation richtete sich der Volkszorn gegen unmäßige Frondienste und Abgabelasten. Auch die Auflockerung der bedingungslosen Leibeigenschaft wird gefordert. Die Rebellion der Bauern richtet sich auch gegen das herrschaftliche Monopol der Jagdausübung. Der im herrschaftlichen Interesse künstlich hochgehaltene Wildbestand sowie die pompösen Kurfürstlichen Treibjagden sind eine ständige Bedrohung für die kärgliche Landwirtschaft im Elbsandsteingebirge. Zum Seitenanfang
1543 Wehlen mit der Burg, dem Städtchen und den zugehörigen Ländereien, einschließlich Lohmen, gehen endgültig an das Kurfürstentum Sachsen über. Die Burg Wehlen wird ab 1555 nicht mehr genutzt und dem Verfall preisgegeben. Zum Seitenanfang
1545 - 1546 Im Auftrag des Sächsischen Kurfürstens bereist und erforscht Georgius Agricola (eigentlich Georg Bauer, 1494 - 1555, Naturforscher, Begründer der wissenschaftlichen Mineralogie, der Bergbaukunde, des Markscheidewesens und der experimental-chemische Metallurgie) das Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz und erstellt ein ausführliches Kataster über abbauwürdige Vorkommen hochwertiger Gesteinssorten (Sandstein, Basalt, Granit, Kalkstein, Schiefer), über Erzlagerstätten (Eisen, Kupfer, Zinn, Silber, Gold) und über wertvolle "Seifen" mit Edelsteinen und Halbedelsteinen (Rubin, Spinell, Hyazinth, Korund, Zirkon, Topas, Rauchquarz, Rosenquarz, Bergkristall, Olivin). Agricola erstellt wichtige Regularien, sog. "Bergordnungen", für den Abbau der Bodenschätze und deren wirtschaftlich-technologische Weiterverarbeitung. In seinem wissenschaftlichen Werk "De natura fossilum" beschreibt er ausführlich die montanen Schätze des Elbsandsteingebirges.
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1546 Südöstlich von Hinterhermsdorf im "Seiffen grundt", dem heutigen "Seufzergründel", werden Edelsteine gewonnen und auch geringfügige Goldwäsche betrieben. Der schwärzliche Schwemmsand (kleinste Titan- und Magneterzkörnchen) des meist trockenen Bachlaufes, der vom heutigen "Eichenborn" nach Südosten hin zum Flüßchen Kirnitzsch abfällt, ist voll mit vielfältigen Mineralanreicherungen. Im bergmännischen Sprachgebrauch bezeichnet man solche Orte als "Erzseifen". Die ursprüngliche Bezeichnung "Seifengründel" wandelte sich allmählich umgangssprachlich zu "Seufzergründel".  Zum Seitenanfang
1547 Im Bereich der "Lausitzer Überschiebung" werden ergiebiger Kalkabbau und Kalkbrennen genannt. Die oberflächennahen Kalkvorkommen entstanden durch Aufschleppung von Jurakalk während der Herausbildung der "Lausitzer Überschiebung". So z.B. bei Hohnstein (um Zeschnig, am Hockstein und an der heutigen Napoleonschanze); südlich von Saupsdorf (sog. "Kalklöcher" in Richtung "Sturmbauers Eck"); östlich von Hinterhermsdorf (Heidelbachtal, Weißbachtal, Kalkbusch). Der gebrannte Kalk ist ein sehr wichtiges und wertvolles Wirtschaftsgut dieser Zeit. Er dient zur Bereitung von Mörteln (Mauern und Putzen) und Anstrichen im Bauwesen. Auch wird er auf der sog. "Kalkstraße" ins nahe Böhmen "exportiert" und ist dort in den Böhmischen Glashütten ein wichtiger Grundstoff bei der Herstellung des Böhmischen Glases. Bei der Verhüttung von Eisenerzen im "Revier des Pirnischen Eisens" ist der Kalk Zuschlagstoff zur Schlackebildung. Bei der Seifensiederei ist gebrannter Kalk ebenso ein wichtiger Grundstoff.
Südwestlich von Hinterhermsdorf im heutigen Bereich "Waldhusche" befinden sich der "Aschehübelweg" und der "Aschehübel". Hier erzeugte das Gewerbe der Aschenbrenner die sog. "Waldasche". Diese wird vom Gewerbe der Pottaschesieder weiterverarbeitet zu "Pottasche" und ist ebenfalls ein sehr wichtiger Zuschlagstoff für die Glashütten und die Seifensiedereien. Durch Kalkbrennerei und Aschebrennerei wird ruinöser Raubbau an den umliegenden Wäldern betrieben. Ebenso die Glashütten haben enormen Brennholzbedarf.
Der Kalkabbau im Bereich der "Lausitzer Überschiebung" wird bis ca. 1870 betrieben.
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1547 Im Tal des Flüßchen Kirnitzsch, beim einmündenden Tal des Großen Zschandes oberhalb der "Neumannmühle", wird die "Buschmühle" als Mahlmühle genannt. Zum Seitenanfang
ca. 1550 Die gewaltigen Postelwitzer Steinbrüche, rechtselbig zwischen Schmilka und Schandau liegend, nehmen den Abbaubetrieb auf. Besonders durch den ungebremsten "Bauboom" in Dresden besteht ein enormer Bedarf an dem wertvollen Postelwitzer Sandstein, welcher sich besonders durch seine feinkörnige gleichmäßige Struktur (großbankiger Quarzsandstein aus dem Mittelturon) und seine hervorragenden bautechnischen Eigenschaften auszeichnet. Im großen exzessiven Stil wird der Sandstein in der von Alters her typischen Abbauweise der "Wandfällung" gewonnen und direkt über die unterhalb der Brüche liegende Elbe verschifft. Der massive Sandsteinabbau wird bis zur Einstellung des Bruchbetriebes im Jahr 1907 anhalten. In berühmten Bauwerken des "Dresdener Barock" wird Postelwitzer Sandstein verbaut, z.B. in der Katholischen Hofkirche, in der Dresdener Kreuzkirche, in der Dresdener Frauenkirche, im Dresdener Zwinger und im Schloß Pillnitz. Zum Seitenanfang
1563 An der Burg Stolpen geht nach ca. 2-jähriger Bauzeit eine sog. "Wasserkunst" in Betrieb. Diese fördert frisches Wasser aus dem südlich der Burg fließenden Letzschbach zur Burg hinauf. Bis dato war es Fronpflicht des nahen Dörfchen Lauterbach gewesen, mittels Fuhrwerken frisches Wasser auf die Burg zu bringen.
Unter Leitung des Freiberger Bergmeisters Martin Planer wurde diese sehr beachtliche Meisterleistung der damaligen Ingenieurtechnik errichtet. Unten im Tiergarten stand das sog. "Kunsthaus" mit einem mächtigen Wasserrad von ca. 10m Durchmesser, dieses bewegte mittels Kurbelantrieb ein hölzernes ca. 715m langes translatorisches Koppelgestänge, welches durch seine langsame "Hin- und Her-Bewegung" mehrere hintereinandergeschaltete Pumpenhäuser synchron antrieb. Die  Pumpenhäuser waren untereinander durch hölzerne Wasser-Röhren verbunden. Am Barbaraturm, auch Pulverturm genannt, erreichte die hölzerne Wasserleitung die Burg. Das Wassers wurde somit beachtliche 100m Gesamt-Förderhöhe gepumpt. Die "Stolpener Wasserkunst" wird bis ca. 1756 die Burg Stolpen mit frischem Wasser versorgen. Wegen der Angreifbarkeit der "Wasserkunst" im Kriegsfalle galt es zusätzlich einen Tiefbrunnen innerhalb der Burg zu schaffen. Der Burg-Brunnen geht 1630 in Betrieb. Dieser ist ca. 82m tief und wurde in 22-jähriger Bauzeit (macht rechnerisch im Schnitt eine Vortriebsgeschwindigkeit von ca. 3,7m im Jahr oder ca. 1cm pro Tag !!!) von Freiberger Bergleuten mühevoll mittels des damals üblichen "Feuersetzverfahrens" in den harten Basalt des Stolpener Burgberges getrieben.  Dieser Brunnen ist auch heute noch voll intakt. Er hat als Jahresmittelwert ca. 7m Wasserstand und gilt als der tiefste "hand-made" in Basalt getriebene Brunnen der Welt.
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1566 In Wehlen auf der Elbe geht die "Wehlener Schiffsmühle" als schwimmende Mahlmühle in Betrieb. Diese, im Elbsandstein eher ungewöhnliche Mühlen-Bauart ergab sich aus der unstetigen und oft auch geringen Wasserführung der Bäche im Wehlener Gebiet. Die schwimmende Mühle wurde im Strom verankert und mittels eines unterschlächtigen Wasserrades angetrieben. Die "Wehlener Schiffsmühle" wird bis 1874 ihren Dienst verrichten, muß dann dem rasant gewachsenen Schiffsverkehr (Heck-Rad-Dampfer, Seiten-Rad-Dampfer, Ketten-Schlepper-Schifffahrt) für Personen- und Massengüter-Transport weichen. Zum Seitenanfang
1568 Ein sog. "Bindehaus" an der Mündung des Flüßchens Kirnitzsch in Schandau wird im Zusammenhang mit  den "Kurfürstlichen Holz-Regalien" (Regalien = Hoheitsrechte) genannt. Das die Kirnitzsch hinab getriftete Holz aus dem Gebiet der heutigen Hinteren Sächsischen Schweiz wird hier zwischengelagert, zu großen Flößen kommissioniert zusammengebunden und nach "Fahrplan" elbabwärts geflößt. Der enorme Holzbedarf (Brenn- und Bauholz) der Residenzstadt Dresden erfordert logistische "Bürokratisierung" und "Kontinuität" der Flößerei auf der Elbe. Zum Seitenanfang
1569 Auf dem Königstein geht nach ca. 7-jähriger Bauzeit der auch heute noch voll intakte und sehr berühmte Burg-Brunnen in Betrieb. Der ca. 153m tiefe Brunnen wurde unter Leitung des Freiberger Bergmeister Martin Planer von Freiberger Bergleuten mühevoll mittels des damals üblichen "Feuersetzverfahrens" in den Sandstein des Königsteiner Tafelberges abgeteuft. Bis dahin war die Besatzung des Königsteins auf gesammeltes Regenwasser aus Zisternen angewiesen. Zum Seitenanfang
1569 Im Königsteiner Vorort Hütten geht an der Biela eine Papiermühle in Betrieb. Die Papiermühle ist aus einer ehemaligen Eisenhütte hervorgegangen, da mit dem allmählichen Rückgang der Eisenverhüttung im Bielatal neue Erwerbszweige erschlossen werden mußten. Die Papiermühle entwickelt sich schnell zu einer der bedeutendsten Papiermanufakturen im Sächsischen Kurfürstentum. Das edle Büttenpapier, traditionell aus einer Pulpe feinst gemahlener Hadern (Lumpen) handgeschöpft, wird bald bis weit über die Sächsischen Landesgrenzen hinaus große Berühmtheit erlangen. Zum Seitenanfang
1580 Im Zusammenhang mit  den "Kurfürstlichen Holz-Regalien" (siehe 1568) wird das Flüßchen  Kirnitzsch, das Tal der Kirnitzsch und das umgebende Wegenetz planmäßig und sehr intensiv ausgebaut für die Holzgewinnung und die Holzlogistik. Nahe Hinterhermsdorf entstehen die berühmten Kirnitzsch-Stauwerke "Obere Schleuse" und "Niedere Schleuse" sowie flußabwärts viele weitere kleinere Stauwerke, sog. "Floßrechen" oder "Schutze". Das angestaute Wasser der Stauwerke dient der planmäßigen "Holztrift" auf der Kirnizsch  bis hinab zum sog. "Bindehaus" an der Elbe in Schandau. Die heute an vielen Stellen der Hinteren Sächsischen Schweiz anzutreffenden Flurnamen "Husche" oder "Bloße" deuten auf ehemals komplexe Rutschen- und Gleitbahn-Anlagen zum Holzabtransport aus den oft sehr unwegsamen Felsenrevieren hin. Zum Seitenanfang
1584 Bei Kleingießhübel am Krippenbach wird die "Rölligmühle" als Mahlmühle genannt.
Ab ca. 1890 ist die Mühle auch eine beliebte Ausflugsgaststätte.
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1589 - 1592 Kurfürst Christian I. von Sachsen und sein Nachfolger Christian II. lassen die Burganlage auf dem Königstein nach den damals modernsten Regeln der Militärtechnik "zu eyner rechten Vestung" und damit zur stärksten Festungsanlage Sachsens ausbauen. Bis dahin war der Königsteiner Tafelberg rundherum noch sehr stark zerklüftet und sah recht "wild und ungeordnet" aus. Durch vollständige Ausmauerung aller äußeren Klüfte und Spalten mit mächtigen Sandsteinquadern und Obenaufsetzung einer sehr soliden und geschlossen umlaufenden Festungsmauer erhält die Festung Königstein ihre homogene und uns heute so selbstverständlich erscheinende majestätische Außenkontur. In dieser Bauepoche entstehen wichtige Gebäude: das gewaltige Torhaus, die Streichwehr, die Alte Kaserne, die Christiansburg (Friedrichsburg), das Alte Zeughaus und das Brunnenhaus (von 1569) wird "modernisiert". Zum Seitenanfang
1592 - 1593 Im Auftrag des Sächsischen Kurfürsten wird unter Leitung von Mathias Oeder, seinerzeit hochgeschätzter Markscheider und Kartograph aus dem Freiberger Bergbau-Revier, das Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz erstmals umfassend vermessen und sehr detailgetreu kartographiert. Mathias Oeder nutzte zur Landvermessung und Kartierung die damals schon sehr hochentwickelte Methode der "Triangulation". Dazu wurden an allen markanten Geländepunkten (z.B. auf allen Tafelbergen und Anhöhen, an Wege- und Straßenkreuzungen, an exponierten Bäumen, an hohen Gebäuden und Kirchtürmen) sog. "Trigonometrische Punkte" definiert bzw. zusätzlich sog. "Triangulations-Säulen" aufgestellt. Der aufmerksame Betrachter findet heute noch vielerorts in der Sächsischen Schweiz die Spuren dieser historischen Vermessungspunkte (z.B. auf der Westkante und der Ostkante des Liliensteines; auf dem Gamrig-Plateau; auf dem Bastei-Plateau; auf dem Hockstein; auf dem Neuen Wildenstein). Der heute weltberühmte markante Aussichtspunkt "Bastei" wird erstmals in der Landkarte von Mathias Oeder als geografische Ortsbezeichnung aufgeführt. Zum Seitenanfang
1592 - 1593 Im Zuge der Landvermessung und Kartographierung des Gebietes der heutigen Sächsischen Schweiz erstellt Mathias Oeder im Kurfürstlichen Auftrag auch ein sog. "Erbdienst-Register". Im höchst wirtschaftspolitischen Interesse des Sächsischen Kurfürstentums war die fiskalische Zugehörigkeit der einzelnen Dörfer, Orte und Städtchen sowie deren zugehörige Ländereien und Nutzungsrechte im Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz exakt aufzuschlüsseln. In diesem Zusammenhang entsteht auch ein sehr umfangreiches "Mühlen-Register". Zum Seitenanfang
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1618 - 1648 Im "Dreißigjährigen Krieg" wird das Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz von durchziehenden marodierenden Truppen aller Kriegsparteien "leergefressen", ausgeplündert und schwer verwüstet (z.B. das Städtchen Stolpen brennt 1632 und 1639 im Zuge der Kampfhandlungen fast völlig nieder; zur gleichen Zeit werden die Städtchen Neustadt und Sebnitz mehrfach geplündert und verwüstet; die Stadt Pirna wird 1639 schwer verwüstet; die Städtchen Königstein und Schandau werden mehrfach ausgeplündert). Die Bevölkerung schwindet stark durch Kampfhandlungen, Zwangsrekrutierung, Verschleppung, Vertreibung, Hunger und Seuchen. Land- und Waldwirtschaft, Handel und Gewerbe kommen fast völlig zum Erliegen. Vielerorts im Elbsandsteingebiet nutzt die Bevölkerung natürliche Verstecke in den unwegsamen und dicht bewaldeten "wilden" Felsenrevieren, um sich selbst, die bewegliche Habe und die Nutztiere vor dem Zugriff der marodierenden Truppen zu verbergen. Große Schichtfugen-Verwitterungs-Höhlen (z.B. der "Kuhstall" am Neuen Wildenstein; die "Kleinsteinhöhle" am Kleinstein; der "Diebskeller" am Quirl; die "Lichterhöhle" am Kleinhennersdorfer Stein; die "Gamrighöhle" am Gamrig), schwer zugängliche zerklüftete Tafelberge (z.B. Pfaffenstein, Quirl, Gohrisch, Papststein, Kleinhennersdorfer Stein, Kleiner und Großer Zschirnstein, Kleiner und Großer Bärenstein, Rauenstein) und unwegsame Schluchten bzw. Gründe (z.B. die Seitengründe vom Amselgrund und vom Uttewalder Grund; die vom Bastei-Plateau zur Elbe hin abfallenden Gründe: Hirschgrund, Pferdegrund, Griesgrund, Tümpelgrund, Schwarzberggrund) und auch die Wüstungen längst aufgegebener alter Felsenburgen (z.B. auf dem Arnstein; auf dem Winterstein "Hinteres Raubschloß"; auf dem Frienstein "Vorderes Raubschloß"; auf der "Felsenburg Neurathen") werden als sichere Verstecke in diesen unsicheren Zeiten genutzt.
Es dauert Jahrzehnte bis zur Überwindung der Kriegsfolgen, bis zur Stabilisierung der machtpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Wiederkehr der alltäglichen Normalität.
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1642 Der Flurname "Zeughaus" im Tal des Großen Zschandes an dem von Alters her bedeutenden Fernhandelsweg "Zschandstraße" (von der Elbe bei Herrnskretschen ansteigend nach Rainwiese, Ziegenrücken, durch den Großen Zschand, das Kirnitzschtal querend, ansteigend nach Ottendorf und dort weiterführend nach Sebnitz) wird genannt. Die einfache kleine Streusiedlung im Wald diente bisher als Station an der "Zschandstraße". Im Zusammenhang mit  den "Kurfürstlichen Holz-Regalien" (siehe 1568) entwickelt sich die kleine Siedlung schnell zu einem wichtigen Stützpunkt (Verwaltung, Unterkünfte, Lagerhäuser) der Kurfürstlich Sächsischen Wald- und Jagdwirtschaft. Ab 1723 wird ein großes steinernes "Zeughaus" erwähnt. Zum Seitenanfang
1666 Die "Schmilkaer Mühle" wird als Mahlmühle und einfache Schankwirtschaft  genannt. Der Mahlbetrieb wird bis ca. 1875 aufrechterhalten. Ab 1894 wird die Mühle als eine beliebte Ausflugsgaststätte genannt. Zum Seitenanfang
1670 Östlich von Hinterhermsdorf  sind folgende bedeutende Mühlen genannt: Im Heidelbachtal die "Haidmühle" oder auch "Obermühle" als Kalkmühle an der "Kalkstraße" für den dort im Bereich der "Lausitzer Überschiebung" seit 1547 intensiv betriebenen Kalkabbau und die Kalkbrennerei. Am Flüßchen Kirnitzsch werden genannt die "Mittelmühle" oder auch "Böhmische Mühle" als Mahlmühle und etwas flußabwärts die "Niedermühle" als eine sehr bedeutende Schneidmühle im oberen Kirnitzschgebiet. Die "Niedermühle" wurde schon 1592  als kleine "Brettelmühle" der Hinterhermsdorfer Bauern genannt. Zum Seitenanfang
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ca. 1700 In den Städtchen Stolpen, Neustadt, Sebnitz und Hohnstein und in deren umliegenden Ortschaften wird "hoch-wohlfeyle" Leinenweberei betrieben. Leistungsstarke Leinenweber-Innungen fertigen mittels Handwebstühlen in Manufakturen und in Heimarbeit hochwertige Leinenstoffe, -Bänder und -Borten. Die hochwertigen Leinenprodukte werden durch Verleger ins europäische Ausland und auch bis nach Amerika exportiert. Die eher karge Landwirtschaft im Elbsandsteingebiet kann durch den massiven Anbau von Flachs ein "ordentliches Zubrot" verdienen. Vielerorts werden an den Flüßchen sog. "Walkmühlen" betrieben, um aus den rohen Flachspflanzen (sog. Gespinstlein oder Faserlein) durch sehr aufwändige Prozesse (riffeln, rösten, waschen, trocknen, brechen, hecheln, spinnen) Flachsbastfaser-Garne herzustellen. Die örtlichen Leinenweber verarbeiten auf Handwebstühlen diese Garne zu edlen Leinenprodukten. Die wirtschaftliche Blüte der Handweberei im Elbsandsteingebiet wird bis Anfang des 19. Jahrhunderts andauern. Dann kommt es zum raschen Niedergang der Handweberei durch die Industrielle Revolution. Durch Maschinen industriell preisgünstig hergestellte Webwaren werden schnell den Markt dominieren. Zum Seitenanfang
1700 - 1721 Der " 2. Nordische Krieg" zwischen dem Königreich Schweden unter Karl XII. und u.a. dem Königreich Polen / Kurfürstentum Sachsen unter August II., genannt "August der Starke", erfaßt auch das Territorium der heutigen Sächsischen Schweiz. Das militärisch erfolgreichere Königreich Schweden erzwingt 1706 die Kapitulation der Polnisch-Sächsischen Armee, besiegelt durch den "Frieden von Altranstädt". Infolgedessen hält die Schwedische Armee große Teile des Kurfürstentums Sachsen besetzt. Auch das Gebiet der heutigen Sächsischen Schweiz ist betroffen. Durch Zwangs-Einquartierung in "Stube und Stall" und Verpflegung von "Reiter und Ross", Eintreibung von "Kriegssteuern" (in Form von Geld, Naturalien, Nutztieren) sowie durch Zwangsdienste (Transporte, Gespanndienste, Hufschmiede, Tuchmacherei und Schneiderei) wird die Bevölkerung extrem belastet. Plünderung und Verwüstung sind allgegenwärtig. Land- und Waldwirtschaft, Handel, Gewerbe und Manufakturen kommen fast völlig zum Erliegen. Es dauert Jahrzehnte bis zur Überwindung der Kriegsfolgen, bis zur Stabilisierung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Wiederkehr der alltäglichen Normalität. Zum Seitenanfang
1706 In der nun beginnenden dramatischen Besatzungszeit durch die Schwedische Armee nutzt die Bevölkerung natürliche Verstecke (wie auch schon 1618 - 1648 im "Dreißigjährigen Krieg") in den unwegsamen und dicht bewaldeten "wilden" Felsenrevieren, um sich selbst, die bewegliche Habe und die Nutztiere vor dem Zugriff der Schwedischen Armee zu verbergen. Vielerorts in der heutigen Sächsischen Schweiz erinnern Bezeichnungen bzw. Namen daran:
Bei Rathen die heute weltberühmte Schluchtenfolge "Schwedenlöcher", auf dem Bastei-Plateau am Gansweg beginnend zum Amselgrund hinabführend ... Im Bielatal die "Schwedenhöhle" unterhalb des heutigen Klettergipfels "Spannagelturm" ... Am Gohrisch auch eine "Schwedenhöhle" ... Am Pfaffenstein der sog. "Kuhstall", eine Folge miteinander verbundener Einsturzhöhlen am Westzugang, dem "Bequemen Aufstieg" zum Pfaffenstein-Plateau, unterhalb der heutigen Kletterfelsen "Peterskirche - Jäckelfels - Hafersack" ... Am Neuen Wildenstein der heute weltberühmten "Kuhstall", eine großen Schichtfugen-Verwitterungs-Höhle ... . Auch Einmeißelungen im Sandstein erinnern vielerorts an das Jahr 1706: In der "Vehmhöhle", unterhalb der Bastei in der "Hoffkluns", ist die Zahl 1706 und eine fressende Kuh eingemeißelt. In der "Felsenburg Neurathen", im sog. "Schwedenraum", ist eingemeißelt: "CHRISTOPF HASE 1706 WAR TER SWETE IN LANTE ES KUSTETE VIL GELT."
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1707 Im hochsicheren Gewahrsam der Festung Königstein entwickelt Johann Friedrich Böttger (1682 - 1719; Apotheker-Geselle, Alchimist und "Goldmacher") unter wissenschaftlicher Leitung von Ehrenfried Walther Graf von Tschirnhaus (1651 - 1708; Montanwissenschaftler, Naturforscher und Philosoph) das rotbraune "Böttgersteinzeug", welches wegen seiner Farbe und seiner hohen Dichte und Härte auch "Jaspisporzellan" genannt wird. 1708 gelingt Böttger und Tschirnhaus erstmals unter Laborbedingungen die Erzeugung des weißen deutschen Porzellans. Nach dem Tod Tschirnhaus' setzt Böttger die technologische Weiterentwicklung der Herstellung des weißen Porzellans allein fort. 1710 wird in der Meißner Albrechtsburg auf Erlass des Kurfürsten "August der Starken" unter der Leitung Böttgers die erste europäische Porzellanmanufaktur gegründet. Diese produziert noch heute und ist bekannt und weltberühmt als die "Meißner Porzellanmanufaktur".
Die enormen Brennholzmengen für die Porzellanmanufaktur werden im Elbsandsteingebirge geschlagen und auf der Elbe nach Meißen geflößt.
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1708 Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, genannt "August der Starke", läßt unter Leitung seines Hofbaumeisters Daniel Pöppelmann einen bequemen Aufstieg auf den Lilienstein errichten, den heutigen "Südaufstieg". Noch im gleichen Jahr besteigt "August der Starke" auf diesem Weg den Lilienstein. Unklar ist, ob er dabei selbst läuft oder ob er sich hinauf tragen läßt. Zum Seitenanfang
1710 Der berühmte "Steinerne Tisch" wird im "Räumicht auf der Wehle" (sinngemäß: Lichtung im hochliegenden Wald) westlich der heute weltberühmten "Bastei" am heutigen "Fremdenweg"  (seit 2006 auch wieder "Malerweg" genannt) errichtet. Die wuchtige "Waldmöblierung" ist aus behauenen Sandsteinblöcken gesetzt. Anlaß war die amtliche Forst-Grenz-Feststellung und    -Neumarkierung im "Lohmener Revier" zwischen den Kurfürstlichen Waldgebieten und dem Lohmener Gemeindewald. Der aufmerksame Betrachter findet auch heute noch vielerorts im Basteiwald die historischen Forstgrenzsteine mit der eingemeißelten Jahreszahl "1710". Bei den pompösen Kurfürstlich-Sächsischen Jagdgesellschaften im "Lohmener Revier" wird der "Steinerne Tisch" als Rast- und Verpflegungsstätte und zum "Strecke legen" genutzt. Zum Seitenanfang
1722 In Berggießhübel wurde über Jahrhunderte Eisenerz abgebaut und verhüttet. Im „Dreißigjährigen Krieg“ kam dieser bedeutende Wirtschaftszweig völlig zum Erliegen und kommt in den folgenden 160 Jahren nie wieder richtig in Gang. Auf der Suche nach neuen Erwerbszweigen läßt Herr Johann Ludwig Tüllmann, Besitzer des Rittergutes Friedrichsthal, die reichlich sprudelnden Quellen in den alten brachliegenden Eisenerzgruben untersuchen. Die Bergmeister Stephani und Henkel führen die chemische Analyse der Mineralwässer durch und bescheinigen deren hervorragende Eignung für Badekuren. Besonders genannt werden die Wässer aus dem „Johanngeorgenbrunnen“ und dem „ Friedrichsbrunnen“. Im Rittergut Friedrichsthal wird ein vornehmes Badehaus, das „Johanngeorgenbad“ errichtet. Der expandierende Badebetrieb wird zum florierenden Wirtschaftszweig. Es entwickelt sich schnell eine kurorttypische mondäne Infrastruktur. In Berggießhübel entstehen weitere Badehäuser, Herbergen und großzügige Parkanlagen, die Straßen nach Böhmen und nach Pirna werden ausgebaut. Die Kurgäste kommen in Scharen aus der Residenzstadt Dresden angereist und auch weitgereiste Gäste aus den Nachbarländern kommen immer häufiger.
Die zahlungskräftige Kundschaft erhält Linderung und Heilung bei Gicht- und Rheumaerkrankungen, bei Menstruationsbeschwerden, bei Hauterkrankungen und bei Verdauungsproblemen. Besonders gute Heilungserfolge werden bei Hypochondrie erzielt.
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1723 Ein massives steinernes "Zeughaus" wird im Tal des Großen Zschandes an dem von Alters her bedeutenden Fernhandelsweg "Zschandstraße" errichtet. Bei den pompösen Kurfürstlich-Sächsischen Jagdgesellschaften dient es zur sicheren Aufbewahrung der wertvollen Jagdwaffen und -Gerätschaften. Von den Bediensteten der Kurfürstlich Sächsischen Forstverwaltung wird es als ganzjähriger Stützpunkt genutzt. Es wird auch eine einfache Schankwirtschaft betrieben. Ab 1786 wird dem "Zeughaus" eine "ordentliche hochlöbliche" Bewirtung und Beherbergung von Reisenden bescheinigt.
Auch heute ist das "Zeughaus" eine beliebte Raststätte für Wanderer.
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Hier endet vorerst die Zeitleiste, die Recherchen dazu sind sehr zeitaufwendig. Die geschichtlichen Daten werden weiter zusammengetragen und hier fortlaufend eingestellt. Bitte haben Sie Geduld und schauen Sie gern wieder vorbei.